Holger Börner

Im Bild ist Holger Börner bei einem offiziellen Anlass zu sehen; © Stadt Kassel; Foto: Stadtarchiv Holger Börner

Bodenständiger Betonfacharbeiter mit Bilderbuchkarriere

Holger Börner war gelernter Betonfacharbeiter und brachte es in höchste Staatsämter, wobei er immer bodenständig und in Kassel-Wolfsanger zu Hause blieb. Gewerkschaftlich verankert, wurde er Betriebsratsvorsitzender bei der Kasseler Baufirma Hermanns mit damals rund 250 Beschäftigten. Von 1956 bis 1972 war er Stadtverordneter, davon neun Jahre lang als SPD-Fraktionsvorsitzender. Die kommunalpolitisch begonnene Karriere setzte sich auf höherer Ebene nahtlos fort. So wurde er bereits 1957, im Alter von 26 Jahren, in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1976 angehörte. Von 1967 bis 1969 war er Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Auch in seiner Partei übernahm er führende Funktionen, darunter 1972 das Amt des Bundesgeschäftsführers. 1976 wurde Börner zum Hessischen Ministerpräsidenten gewählt. Börner führte zwei Jahre lang die erste rot-grüne Koalition auf Landesebene in Deutschland. Nach deren Bruch zog er sich aus der aktiven Politik zurück und wurde für 16 Jahre Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Land Hessen zeichnete Börner mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille aus. Der Holger-Börner-Platz vor der Stadthalle erinnert an ihn.

Veröffentlicht am:   05. 12. 2011  

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