Maximilian Freiherr von Ditfurth

Maximilian Freiherr von Ditfurth; © Stadt Kassel; Foto: Stadtarchiv Maximilian Freiherr von Ditfurth

Hauptmann der Bürgergarde erster Ehrenbürger Kassels

Die erste Ehrenbürgerwürde der Stadt Kassel wurde Maximilian Freiherr von Ditfurth verliehen - am 18. November 1830. In München wurde er geboren, am 10. Mai 1806. Sein Vater, Freiherr Karl von Ditfurth, war kurz zuvor aus dem hessen-kasselschen Kriegsdienst in den bayerischen übergetreten.

Als sein Vater während des Volksaufstands in Tirol fiel, war Maximilian gerade drei Jahre alt, seine Mutter entkam den Aufständischen nur schwer verletzt. Er wurde an Münchens Hof erzogen und ging 1823 nach Kassel, um sich hier dem Garde-Jäger-Bataillon anzuschließen.

Nach fünf Jahren nahm er seinen Abschied, heiratete und ließ sich mit 24 Jahren zum Hauptmann der der neu errichteten Bürgergarde wählen. In den revolutionären Tagen des Jahres 1830 setze er sich mit ganzer Kraft für die Interessen des Kasseler Bürgertums ein, so dass er mit dem Ehrenbürgerrecht ausgezeichnet wurde. Doch es drängte den jungen Maximilian bald wieder zur Armee. Seine Stelle in der Bürgergarde gab er auf, wurde 1836 Premier-Leutnant.

Gleichzeitig beschäftigte er sich mit mit wissenschaftlichen Abhandlungen über die Militärgeschichte. Er verfasste Aufsätze in Zeitungen und Zeitschriften, schrieb auch eine Biografie über seinen Vater. Seine Zeitgenossen beurteilten diese Abhandlungen fast durchweg positiv, sahen sie als von "größter Pünktlichkeit und Treue, verständiger und gründlicher Einsicht" geprägt. Im Familienleben hatte Maximilian nicht nur Glück. Zwei seiner Söhne starben früh, die beiden anderen eiferten ihrem Vater nach und traten ins österreichische Militär ein.

Als Maximilian Freiherr von Ditfurth an einem Magenleiden erkrankte, an dem er auch starb, verfasste er für seine Söhne ein Testament, dem er als Leitspruch den Satz "Tue recht und scheue niemand" hinzufügte; ein Leitmotiv, das den Mann, der Zeit seines Lebens versucht hatte, nach Werten wie Treue, Ehre, Hilfsbereitschaft, Offenheit und Ritterlichkeit zu streben, geprägt hatte.

Nach seinem Tod am 8. August 1861 in Marburg verfasste der damals bekannte Major Pfister am 14. August 1861 folgenden Nachruf: "Mit 24 Jahren schon wurde dieser Mann der hohen Ehre teilhaftig - ein Beweis, wie hoch man sein energisches Durchgreifen in den Unruhen der Biedermeierzeit einschätzte. Ditfurths Name ist heute kein Begriff mehr, auch seine militärwissenschaftlichen Werke sind längst veraltet - zu seiner Zeit jedoch war er ein Repräsentant des zu Ende gehenden Absolutismus, eine feste Stütze eines Regiments, das nach einem Menschenalter dann endgültig zu Ende ging."

Ein Kooperationprojekt von Stadt Kassel und HNA
Text: Ralph-Michael Krum / HNA

Veröffentlicht am:   03. 08. 2016  


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