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Präventionsrat Stadt Kassel

Eröffnungsveranstaltung des Kasseler Präventionstages 2017; © Schachtschneider
Von links: Leitender Oberstaatsanwalt Horst Streiff, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Kasseler Präventionsrates Christian Geselle, Polizeipräsident Konrad Stelzenbach, Geschäftsführung des Kasseler Präventionsrates Susanne Zinke, Referentin für Medienkompetenz und Medienwirtschaft bei der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien Sarah Gumz, Referent Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Referent Ali Can.


17. Kasseler Präventionstag

 

Der 17. Kasseler Präventionstag fand am 13. und 14. November 2018 im Rathaus statt. Mit 27 Vorträgen, zwei Zivilcouragetrainings und 21 Informationsständen gab es an zwei Tagen viel an Wissensvermittlung, Beratung und Information.  

Die Vielfältigkeit an den Informationsständen zeigte, dass wir in Kassel ein breites Angebot zur Vorbeugung von Gewalt haben, es wird enorm viel für die Aufklärung gemacht. Betroffene von Gewalt könnten sich über Hilfeangebote ebenso informieren, wie über Schutz von Babys und Kleinkindern, um sie auch in schwieriger Umgebung, zu starken selbstbewussten Menschen werden zu lassen. Starke Kinder und Jugendliche trauen sich „Nein“ zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen und ihnen Gewalt oder auch sexuelle Gewalt begegnet. Täter suchen Opfer, kein Gegenüber.

Manche Vorträge bezogen sich auf bereits ausgeübte Gewalt, wie der Vortrag „Schwitzen statt Sitzen“, in dem ein örtlicher Jugendhilfeträger seine Hilfe für junge Straftäter aufzeigte.  Die jungen Menschen müssen dort etwas Produktives tun, statt vielleicht in den Arrest zu gehen.

Andere Beispiele aus den beiden letzten Tagen war ein Angebot zum ‚Lebenslagencoaching‘, das eben auf den ersten Blick nichts mit Gewalt zu tun hat. Richtig ist, dass es genau zur Gewaltvermeidung beiträgt, wenn Menschen in der Klemme stecken und ihnen daraus geholfen wird und sie wieder Perspektiven für sich entwickeln können.

Ganz aktiv war die Polizei dabei. Die örtliche Polizei mit ihren tollen Aufklärungskampagnen zur Vermeidung von Trickbetrügereien wie Enkeltrick, Handwerkertrick und falsche Polizei waren sehr gefragt.

Auch die Bundespolizei, die als vermeintlicher Trickbetrüger unsere Gäste auszurauben versuchte. Tagtäglich lauern Trickdiebe den Fahrgästen in Bahnhöfen auf und beobachten das Geschehen dort ganz genau, bevor sie sich „gute“ Beute aussuchen. Kurzes rempeln, Geldbörse oder teures Handy blitzschnell an sich nehmen und dem Mittäter geben und schon sind Fahrgäste ihre Wertsachen los und merken es oft erst im Zug, wenn die Täter schon weit weg sind. Aufklärung wie man sich richtig verhalten kann von der Bundespolizei war sehr gefragt.

Die größte Nachfrage gab es bei dem Vortrag ‚Eine Frage der Ehre? – Respekt und Würde im Alltag.‘ Der Integrationsbeauftragte Carsten Höhre hatte zwei Integrationskurse und eine Schulklasse zu Gast und es gab spannende Begegnungen und Eindrücke.

Zwei Zivilcouragetrainings wurden auch angeboten und haben sowohl Senior*innen, als auch jüngere Interessierte angesprochen. Das opferorientierte Vorgehen bei Konflikten im öffentlichen Raum war wieder spannend und abwechslungsreich.

Der Autor Christian Linker hat in der Jugendbücherei aus seinem Buch ‚Der Schuss‘ gelesen und die Entstehungshintergründe zwei Schulklassen nahegebracht.

Zuletzt fand der Abschluss des Präventionstages im Bürgersaal statt. Oberbürgermeister Christian Geselle, der Vorsitzende des Präventionsrates und der Polizeipräsident Konrad Stelzenbach hielten beide Grußworte und hoben beide die gute und konstruktive Arbeit der beteiligten Organisationen hervor.

Professor Fünfsinn, unser hessischer Generalstaatsanwalt und Vorsitzender des Landespräventionsrates hat uns nochmal die Erfolge von guter Präventionsarbeit nahegebracht. Dass sich Prävention lohnt, zeigt der sogenannte ‚Stalking Paragraph‘, der über den Landespräventionsrat Hessen in die Bundesgesetzgebung zu einem Straftatbestand geworden ist. Vorher konnte quasi nicht gehandelt werden, bevor nichts passiert war. Auch die Förderung der Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen, wie sie in ‚Häusern des Jugendrechts‘ stattfinden, sind erfolgreiche Präventionsarbeit. Sie tragen insbesondere dazu bei, dass viel mehr Straftaten im Täter-Opfer-Ausgleich erledigt werden, d. h., dass Menschen selbst unter Beteiligung einer professionellen Vermittlung ihre Konflikte klären und einen Ausgleich aushandeln können.

Der Höhepunkt war der Vortrag zum Thema ‚Darknet‘. Die meisten Zuhörenden waren fasziniert über diese verborgene Welt, in der viel Verbotenes feilgeboten wird. Von Gewehren, die käuflich zu erwerben sind, über Kinderpornografie ist vieles zu bekommen. Die Kasseler Staatsanwältin Andrea Güde von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität in Gießen berichtete von der spannenden Arbeit im weltweiten Netz und griff insbesondere die Gefahren für Kinder und Jugendliche auf.

Sie mahnte, dass Eltern wissen sollten, was ihre Kinder mit Handys, Tablets oder dem Computer machen. Pädophile nähern sich über positive Botschaften, Anerkennung, Lob, Schmeicheleien und wollen dann schnell mehr, von Adressen über Bilder zu Treffen und mehr.


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