Integriertes Klimaschutzkonzept für Stadt Kassel vorgestellt

Die Stadt Kassel hat im März 2011 die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes bei der Klima und Energieeffizienz Agentur (KEEA) in Auftrag gegeben. Das Konzept wurde in einem einjährigen Prozess erarbeitet und aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Der Entwurf für das Konzept wurde am 1. März 2012 dem Projektbeirat, Vertretern der Ortsbeiräte Bettenhausen, Kirchditmold und Unterneustadt sowie Mitgliedern des Ausschuss für Umwelt und Energie beziehungsweise der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. Die Anwesenden machten regen Gebrauch von der Möglichkeit, sich detailliert zu informieren, engagiert zu diskutieren und letzte Anregungen zu geben. Stadtbaurat Christof Nolda machte deutlich: „ Das integrierte Klimaschutzkonzept für Kassel ist nicht der Abschluss, sondern der Auftakt zu einem Prozess, der uns für die nächsten Jahrzehnte begleiten wird. Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Gesamtaufgabe. Nicht allein die Kommune sondern die Stadtgesellschaft als Gesamtes muss sich dieser Aufgabe stellen. Dies ist ein langfristiges Vorhaben, das Engagement, Kontinuität und Beharrlichkeit von vielen Akteuren erfordert. “

Die physikalischen, technischen und wirtschaftlichen Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung der erneuerbaren Energien bilden die Grundlage für eine CO2-Minderungsstrategie für die Stadt Kassel. Das Integrierte Klimaschutzkonzept für Kassel hat das Ziel, die Chancen zur Nutzung lokaler Möglichkeiten zum Klimaschutz zu ermitteln und daraus  konkrete Vorschläge für das zukünftige Handeln in der Stadt Kassel zu entwickeln. Dabei wurden in Workshops und Gesprächen sowie auf diversen Veranstaltungen mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Expertinnen und Experten diverse Projektvorschläge entwickelt. Darauf aufbauend wurden realistische Ziele definiert, die die Basis für den zielorientierten Handlungsleitfaden bilden. Räumliche Schwerpunkte der Konzeptarbeit lagen in den Stadtteilen Kirchditmold, Unterneustadt und Bettenhausen.

Nach den vorliegenden Untersuchungen liegen die größten Potenziale zur CO2-Einsparung im Bereich der energetischen Sanierung des Gebäudebestands und der Gebäudetechnik. Insbesondere in den Jahren 1948 bis 1978 wurde in aller Regel wenig Wert auf eine energiesparende Bauweise gelegt. Die Stadt ist Verbraucher von Energie – aus diesem Grund ist Einsparung ein prioritäres Ziel.

Hinsichtlich der Erzeugung von Energie aus regenerativen Quellen liegen die Möglichkeiten im Stadtgebiet vorrangig bei der Nutzung von Sonnenstrahlung und Wasserkraft. „Die von der Bundesregierung geplanten drastischen Kürzungen der Einspeisevergütung für Solarstrom sind daher für die Klimaschutzbemühungen in der Stadt Kassel in besonderer Weise kontraproduktiv.“ kritisiert Nolda.

Für die Nutzung von Windkraft zur Stromerzeugung gibt es im Stadtgebiet von Kassel aufgrund der dichten Bebauung nur ein geringes Potenzial. Das Heizen mit Holz wird wegen der damit verbundenen lufthygienischen Probleme im Kasseler Becken kritisch gesehen.

„Ein weiterer wesentlicher Faktor für das Erreichen von Klimaschutzzielen wird eine gute Zusammenarbeit auf regionaler Ebene sein. Hier müssen alle am gleichen Strang ziehen“, stellte Nolda abschließend fest.
 


Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung durch Klimaschutz

Im April 2011 hat die Stadt Kassel mit Unterstützung der Klima und Energieeffizienz Agentur KEEA die Entwicklung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes in Angriff genommen und damit ein wichtiges städtisches Zukunftsprojekt gestartet. Es sollen die Chancen zur Erhöhung der Lebensqualität und zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung durch Klimaschutzmaßnahmen, unter anderem effiziente Energieverwendung und Nutzung Erneuerbarer Energien, aufgezeigt werden.

Die Konzeptentwicklung soll die vielfältig vorhandenen Initiativen und Aktivitäten in diesem Bereich aufgreifen und stärken, aber auch neue Handlungs­möglich­keiten heraus arbeiten. Das Projekt hat eine Laufzeit von einem Jahr, die Gesamtkosten betragen 191.000 EUR. Die Entwicklung des Konzeptes wird aus Mitteln des Bundesumwelt­ministeriums in Höhe von 60 % bezuschusst.

Das Klimaschutzkonzept soll nicht nur darstellen, welche konkreten Maßnahmen in welchem Umfang zur Verminderung von CO2-Emissionen beitragen können, sondern auch die Möglichkeiten aufzeigen, wie Klimaschutz als wichtiger Entwicklungsmotor für die lokale und regionale Wirtschaft genutzt werden kann.

Während das Geld, das für die kontinuierlich steigenden Energiekosten aufgewandt werden muss, nur zu einem geringen Teil in der Stadt bleibt und damit dem Wirtschaftskreislauf dauerhaft entzogen ist, kommen Investitionen in Klimaschutz­maßnahmen besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen zu Gute, schaffen und sichern langfristig Arbeitsplätze in Kassel und Umgebung. Die Reduktion des Energieverbrauchs von Gebäuden ist in diesem Zusammenhand ein wichtiger Baustein, wodurch besonders lokale Handwerks­betriebe vom Klimaschutz profitieren können. Aber auch für Hausbesitzer und Mieter ergeben sich durch kalkulierbare Energiekosten langfristige Vorteile.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer kurz-, mittel- und langfristigen Strategie zur Reduktion des Klimagases CO2  im Stadtgebiet, besonders durch die effizientere Verwendung von Energie und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Aber auch die Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten ist ein wichtiger Aspekt zur langfristigen kommunalen Daseinsvorsorge in Kassel. Durch den Prozess der Entwicklung des integrierten Klimaschutzkonzeptes sollen umsetz­bare Projekte und Maßnahmen in den Bereichen Energieeinsparung, Erneuerbare Energien, Verkehr und Nutzerverhalten entwickelt werden, die Wege aufzeigen, wie Kasseler Bürgerinnen und Bürger sich konkret für den Klimaschutz engagieren und somit zur Zukunftssicherung ihrer Stadt beitragen können.

Die Klimaschutzmaßnahmen werden besonders in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten und Bewohnern der Stadtteile Kirchditmold, Unterneustadt und Bettenhausen in Workshops und Bürgerveranstaltungen entwickelt. Darüber hinaus ist die Mitwirkung von allen Bürgerinnen und Bürgern Kassels vorgesehen und gewünscht.

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Veröffentlicht am:   04. 12. 2018  

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