Ehrennadel für Klaus-Dieter Schomers

06. August 2009
15.00 Uhr; Karl-Branner-Halle, Rathaus

Es gilt das gesprochene Wort.  

Sehr geehrter Herr Schomers,
sehr geehrte Frau Schomers,
liebe Gäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,  

im Namen der Stadt Kassel begrüße ich Sie hier in der Karl-Branner-Halle des Kasseler Rathauses sehr herzlich. Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind. Die Stadt Kassel ist vertreten durch die Mitglieder des ehrenamtlichen Magistrats, Frau Haß, Frau Mahrt, Herrn Sandrock und Herrn Barroso, sowie durch den Stadtverordnetenvorsteher, Herrn Kaiser.  

Sehr geehrter Herr Schomers,  
Sie stehen heute im Mittelpunkt unserer kleinen Feierstunde. Ihr jahrzehntelanges Engagement und Ihre Verdienste, die Sie sich in dieser Zeit erworben haben, wollen wir heute mit der Verleihung der Ehrennadel der Stadt Kassel würdigen.

Unser Gemeinwesen ist - damit es funktionieren kann – auf Menschen angewiesen, die sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch ihre Mitmenschen und deren Interessen und Belange im Blick haben, die sich ihnen zuwenden und sich für sie einsetzen. Kurz gesagt: wir brauchen Menschen wie Sie, sehr geehrter Herr Schomers.  

Erst das vielfältige ehrenamtliche Engagement und die aktiv gelebte bürgerschaftliche Verantwortung halten unsere Gesellschaft zusammen. Ohne sie wäre Kassel um vieles ärmer, weniger menschlich und nicht so lebens- und liebenswert.  

Seit über 20 Jahren engagieren Sie sich für Menschen mit Behinderungen. Ausgelöst hat dieses unermüdliche Engagement die Behinderung Ihrer 1979 geborenen Tochter Sandra. So ein kleiner Mensch kann ein Familienleben ganz schön auf den Kopf stellen. Doch gleichzeitig können die Liebe zu seinem Kind und der gemeinsam zu bewältigende Alltag so viel Energie und Empathie freisetzen, dass die Kraft, die man daraus schöpft, auch für andere reicht. Das war bei Ihnen der Fall.  

Mit Tatkraft und Herzblut haben Sie sich seit 1986 für die Schulgemeinschaft der August-Fricke-Schule eingesetzt und sich 1995 bis zum heutigen Tag als Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe e.V. zur Verfügung gestellt. In der August-Fricke-Schule arbeiteten Sie zunächst im Klassenelternbeirat mit. 1988 wurden Sie Mitglied im Schulelternbeirat. Von 1992 bis 1994 waren Sie Vorsitzender dieses Gremiums. Anschließend widmeten Sie sich der Arbeit im Fördervereins der Schule, wurden 1979 Vorsitzender und Kassenwart.  

Sie trugen in dieser Zeit dazu bei, dass das Blockhaus errichtet wurde, ein zweiter Schulbus angeschafft, Spielgeräte und Unterrichtsmaterialien beschafft und ein Grundstück für einen Schulgarten erworben werden konnten. Dank des Fördervereins sind viele Spenden zusammengekommen, die unter anderem dabei halfen, Klassenfahrten, Freizeiten und vielfältige Schulprojekte zu finanzieren. So gern sie es täte: Die Stadt alleine wäre gar nicht in der Lage , dies alles zu leisten. Deshalb sind wir so dankbar, dass unsere Fördervereine uns so wunderbar unterstützen.    

Eine weitere große ehrenamtliche Aufgabe wartete bei der Lebenshilfe Ortsverein Kassel e.V. auf Sie; seit stolzen 14 Jahren sind Sie dort Vorsitzender. Die Lebenshilfe setzt sich umfassend dafür ein, die Lebenssituation von Menschen, die wir geistig behindert nennen, zu verbessern. Es geht bei dieser Arbeit ganz konkret darum, mit vielen kleinen Schritten das gegenseitige Verständnis füreinander zu vertiefen, für ein würdevolles Miteinander zu werben, Barrieren abzubauen – wobei dies nicht nur in technischer Hinsicht verstanden werden darf – und für Solidarität zu werben.  

Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, deren Integration und der Abbau von Barrieren ist ein Prozess, der uns ständig fordert. Deshalb ist die Arbeit der Lebenshilfe mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Einrichtungen und Initiativen so wichtig, und sind wir auf das großartige Engagement jedes einzelnen Mitglieds angewiesen.

Meine Damen und Herren, 
was zeichnet nun den Menschen Klaus-Dieter Schomers im Besonderen aus?

Sie, die Sie ihn und seine Arbeit aus der langjährigen kollegialen Zusammenarbeit kennen, stimmen mir sicher zu, wenn ich sage: Man kann sich auf ihn verlassen, er ist immer und selbstverständlich da, wenn er gebraucht wird. Verantwortung ist für ihn keine Last, sondern Herausforderung. Und für eine gute Sache setzt er sich mit Herz und Seele ein.  

Er ist den Menschen zugewandt, lebensbejahend und positiv denkend. Damit gibt er anderen Mut und motiviert sie. Ihm fällt es leicht, Kontakte zu knüpfen. Er hat die Gabe, andere Menschen zum Mittun zu bewegen. Das ist deshalb wichtig, weil es ja auch darum geht, Lobbyarbeit für die Interessen von Menschen mit Behinderungen zu betreiben. Und schließlich sammelt sich in einer so langen Phase ehrenamtlicher Arbeit geballte Kompetenz, Wissen und Erfahrung an, auf die man immer wieder gerne zurückgreift.  

Sehr geehrter Herr Schomers, 
die Stadt gibt Ihnen heute ein bisschen von dem zurück, was Sie uns Gutes getan, was Sie in Ihren Ehrenämtern für Ihre Mitmenschen geleistet haben, wobei ich nicht vergessen möchte zu erwähnen, dass in der Aufzählung Ihr Wirken als Schöffe des Ortsgerichts nicht fehlen darf.

Für Ihr Wirken wurden Sie bereits mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen sowie mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.  

Ich freue ich mich, Ihnen heute für Ihre herausragenden Verdienste die Ehrennadel der Stadt Kassel verleihen zu dürfen und bitte Sie, die Ehrung jetzt in Empfang zu nehmen.


Veröffentlicht am:   14. 08. 2009  


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