Europawahl 2019: Mit Plakaten und SocialMedia junge Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gewinnen


Vor einem der Plakate: (von links) Kulturdezernentin Susanne Völker, Professor Joel Baumann, Elisa Hempel (Studentin), Milena Albiez (künstlerische Mitarbeiterin), Harald Rotter, der Niederlassungsleiter der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH in Kassel, Kathrin Maurer (Studentin) und Bürgermeisterin Ilona Friedrich

Neue Wege beschreitet die Stadt Kassel, um junge Menschen als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zu gewinnen. Bürgermeisterin Ilona Friedrich, zu deren Ämtern die Wahlbehörde gehört, hat gemeinsam mit dem Kulturdezernat und der Kunsthochschule Kassel (KhK) sowie unterstützt von Ströer Deutsche Städte Medien GmbH (DSM) nun eine Plakataktion sowie eine Social-Media-Kampagne gestartet. Sie soll mehr junge Menschen dazu motivieren, sich in Wahlvorständen einzubringen. Das, so die Überlegung, könnte auch ein Einstieg und Anreiz für die Angesprochenen sein, sich grundsätzlich in politische Arbeit und ihre Strukturen einzubringen.

Hintergrund ist, das fast im Jahresrhythmus Wahlen stattfinden: Kommunalwahlen, Landtags- und Bundestagswahlen, Europawahlen, die Direktwahl des Oberbürgermeisters sowie die Ausländerbeiratswahlen. Schon im Mai 2019 steht die nächste, die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament an. Die Stadt Kassel benötigt je Wahl bis zu 1800 Personen, die als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer tätig werden.

Studierende entwickeln Plakat

Die beiden Studierenden Elisa Hempel und Kathrin Maurer aus dem Studienschwerpunkt Redaktionelles Gestalten/Visuelle Kommunikation der KhK haben unter Leitung der künstlerischen Mitarbeiterin Milena Albiez nun ein Plakat und  Anwendungen für SocialMedia-Kanäle entwickelt, die am Montag, 25. Februar, in die Öffentlichkeit gegangen sind.

Auf 20 Plakatsäulen ist das Motiv, das in der Farbe des Jahres 2019 „Living Coral“ orange leuchtet, an Standorten im gesamten Kasseler Stadtraum zu sehen. Dabei wurden vor allem Stadtteile stärker belegt, in denen bisher noch nicht viele junge Wahlhelferinnen und Wahlhelfer geworben werden konnten, so beispielsweise der Kasseler Osten und die Nordstadt.  

Mit einer "Instagram-Story", bei der das Plakat animiert ist und die dazu anregt, sich durch einfaches Wischen am Handybildschirm als Wahlhelfer zu registrieren, wird ein Social-Media-Kanal bedient, der stark auf Optik ausgelegt ist. Ferner wird das Plakat auf einem regulären Instagram Post mit mehreren Bildern verwendet, die als Album gepostet werden. Auch Twitter und Facebook werden bedient.

; © Stadt Kassel Plakat Europawahl

Eine gelungene Gemeinschaftsaktion von Politik und Kunst, von Stadt Kassel und Kunsthochschule Kassel 

"Die Aktion hat zwei Anliegen", sagte Bürgermeisterin Friedrich. "Viele Aktive, die bisher regelmäßig für den Einsatz im Wahlbüro zur Verfügung standen, kommen nun in das Alter, wo sie ans Aufhören denken. Wir brauchen daher Nachwuchs. Zielsetzung bei der Gewinnung von Wahlhelferinnen und Wahlhelfern ist es, einen Querschnitt der wahlberechtigten Bevölkerung zu erreichen. Daher wünschen wir uns mehr junge Menschen, weil wir so auch ihr Interesse für Politik wecken und die Übernahme eines Ehrenamtes fördern möchten." Sie unterstrich, dass die Teilnahme an einer Wahl eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe sei, doch durch die Wahlbehörde alle notwendigen Hilfestellungen gegeben werden. 

Als sehr erfreulich und gelungen bezeichnete die Bürgermeisterin die Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Kassel sowie dem Kulturdezernat, das den Kontakt hergestellt und auf Seiten der Stadt das Projekt mitentwickelt hat. "Die Leitung der Kunsthochschule in Person von Professor Joel Baumann hat unserem Vorschlag zur Zusammenarbeit spontan zugestimmt und die Weichen zum Studienschwerpunkt "Redaktionelles Gestalten/Visuelle Kommunikation" gestellt, sodass die Studierenden Elisa Hempel und Kathrin Maurer unter Leitung der künstlerischen Mitarbeiterin Milena Albiez zeitnah an die Arbeit gehen konnten. Der Austausch mit ihnen über die Ziele der Plakataktion und unsere Vorstellung war ein kurzer und intensiver Prozess, an dessen Ende bereits in der ersten Präsentation das nun verwendete Motiv als eine von zwei Gestaltungmöglichkeiten vorgestellt wurde."

Kulturdezernentin Susanne Völker erläutert: "Die Auseinandersetzung mit politischen Themen ist fester Bestandteil der zeitgenössischen Kunst. Eine Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Kassel ist sichtbares Zeichen dessen und Einladung an junge Menschen, sich aktiv in unserer Europäischen Demokratie zu engagieren.  Wir freuen uns, wenn das bewusst künstlerisch gestaltete Plakatmotiv junge Wahlhelferinnen und Wahlhelfer anspricht."

; © Stadt Kassel Plakat Europawahl

"Gute Zusammenarbeit"

Professor Joel Baumann, Rektor der Kunsthochschule Kassel, sagte: "Wir schätzen es sehr, dass die Stadt Kassel für dieses Projekt die Kunsthochschule als Partner gewählt hat. Denn anders als bei der Auftragsvergabe an eine Marketingagentur ist bei einer Kooperation mit uns auch das Experimentelle zu erwarten. Das kann ein langer Prozess sein; in diesem Fall haben jedoch die gute Zusammenarbeit, das hohe Niveau im Studienschwerpunkt Redaktionelles Gestalten/Visuelle Kommunikation und nicht zuletzt die Offenheit der städtischen Beteiligten mit einer Realisierungszeit von knapp drei Monaten zu einem schnellen und - wie wir finden - sehr einprägsamen Ergebnis geführt.

Von Bedeutung ist sicher, dass die Studentinnen Elisa Hempel und Kathrin Maurer im Alter der Zielgruppe der Werbeaktion sind, dass sie die Denkmuster ihrer Generation kennen und die Sprache junger Menschen in Graphik umzusetzen wissen. Dabei wurden sie sachkundig betreut und angeleitet von Milena Albiez, die künstlerische Mitarbeiterin im Studienschwerpunkt Redaktionelles Gestalten/Visuelle Kommunikation ist.

Dass der Impuls zu einer Plakataktion zur Gewinnung junger Wahlhelferinnen und Wahlhelfer bei gleichzeitiger Empfehlung der Kunsthochschule vom Fachbereich Politik der Universität ausging, zeigt zudem, wie eng die Verbindung zwischen Universität und Kunsthochschule ist."
 
Milena Albiez erklärte im Pressetermin: "Das Projekt hat super funktioniert. Die Stadt war offen für die Entwürfe, die wir vorgelegt haben und hat sie sehr wertschätzend diskutiert. Für die Studierenden ist es eine wertvolle und tolle Erfahrung, ihrer Gestaltung nun großformatig an so vielen Standorten in der Stadt präsentiert zu sehen."

 

Ansprechend für junge Menschen

"Es macht einen großen Unterschied, nach dem Auftrag über die Ideen und die Entwurfsphasen nun das fertige Produkt auf großen Flächen in der Öffentlichkeit zu sehen. Inhaltlich und gestalterisch war es uns wichtig, das zu realisieren, was wir jeden Tag in unserem Umfeld sehen und erfahren, vor allem im Bereich der digitalen Medien, die unser Denken und unsere Aufmerksamkeit so stark beeinflussen. Wir haben das in unseren Entwurf umgesetzt und hoffen, dass es auch andere junge Menschen anspricht", berichteten Elisa Hempel und Kathrin Maurer, die das Plakat entwickelt haben.

Die Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, beim Pressetermin durch den Kasseler Niederlassungsleiter Harald Rotter vertreten, hat zu Sonderkonditionen die großflächigen Plakate gedruckt und 20 Flächen zur Verfügung gestellt. "Auch hier gilt der guten Zusammenarbeit mein Dank", so Bürgermeisterin Friedrich.

Dazu äußerte Harald Rotter, der Niederlassungsleiter der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH in Kassel: "Wir haben nicht das erste Mal mit der Kunsthochschule zusammengearbeitet und erneut die Erfahrung gemacht, dass von dort hochkarätige Arbeiten kommen, die mit unseren Mitteln gut umgesetzt werden können. Die Stadt Kassel unterstützen wir gern bei dieser sinnvollen Aktion, von der wir hoffen, dass sie Erfolge bringen wird, indem sich junge Menschen durch die Plakate angesprochen fühlen.   

 

 

Finanzieller Anreiz

Abschließend wies der Leiter der Wahlbehörde, Uwe Fricke, darauf hin, dass alle, die an der Mitarbeit an der Durchführung einer Wahl interessiert sind, auch entsprechend geschult werden. "Und - auch wenn es sich um ein Ehrenamt handelt -, einen kleinen finanziellen Anreiz hat die Stadt ihren vielen Helferinnen und Helfern auch zu bieten: Ein sogenanntes Erfrischungsgeld, das für den Einsatz bei einer Wahl gezahlt wird und ab 2019 auf 35 Euro erhöht wurde."


 

So wird man Wahlhelfer/Wahlhelferin

Veröffentlicht am:   06. 03. 2019  


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