Positive Entwicklung der Luftqualität in Kassel

Blick auf das Oktogon mit dem Herkules; © Stadt Kassel; Foto Tobias Gründer
Blauer Himmel über dem Herkules

Die Anstrengungen der Stadt Kassel, die Luft sauberer zu machen, zeigt erste Erfolge. Der Grenzwert für Stickoxide (NO2) von 40µg/m³ wurde an der verkehrsbezogenen Messstation in der Fünffensterstraße im zweiten Jahr in Folge unterschritten.

Nach 38,9 µg NO2/m³ in 2017 wurden ein Jahr später im Jahresmittel 39,6 µg NO2/m³ gemessen. Besonderen Anteil haben hier die umgesetzten Maßnahmen aus dem städtischen Katalog zur 1. Fortschreibung des Luftreinhalteplans und die Aktivitäten der Stadt zur Förderung des Radverkehrs.

 

Strategische Grundsätze

"Mit dem Verkehrsentwicklungsplan 2030 und dem Integrierten Klimaschutzkonzept haben wir bereits strategische Grundsätze und Leitlinien festgelegt, die ebenfalls zur Verstetigung der positiven Entwicklung der Luftqualität beitragen", so der Kasseler Umweltdezernent Christof Nolda. Man müsse allerdings auch erkennen, dass die Unterschreitung nur gering und eher stagnierend ist. Auch sei die Tatsache zu berücksichtigen, dass die Schadstoffabnahme bundesweit ähnlich ist, sodass hier auch Effekte eine Rolle spielen, die mit der Witterung des jeweiligen Jahres zu tun haben können.

Somit ist es aus Sicht der Stadt Kassel unerlässlich, die Anstrengungen und Bemühungen weiterhin auszubauen und ambitioniert für eine noch sauberere Luft zu arbeiten. Nur so ist es möglich, diese positive Entwicklung dauerhaft sicherzustellen.

Hierzu hat die Stadt Kassel in enger Kooperation zwischen Straßenverkehrsamt und dem Umwelt- und Gartenamt den Integrierten Aktionsplan Luft für die Stadt Kassel – Masterplan erarbeitet. Der vom Bund geförderte Aktionsplan ist die Grundlage für weitere Fördermaßnahmen. Aktuell hat die Stadt einen Förderbescheid für ein umweltsensitives Verkehrsmanagement erhalten, das zu einer weiteren Verbesserung der Luftqualität in Kassel führen wird.

 

Kritische Diskussion

In der aktuellen Diesel-Debatte werden die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte kritisch diskutiert. Seitens des Umweltbundesamtes wurden die geltenden Grenzwerte und damit die Vorsorgewerte bestätigt. Auch die große Mehrheit der Wissenschaftler sehen die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gerechtfertigt an und stützen die von der EU eingeführten Grenzwerte für Luftschadstoffe.

Für die Stadt Kassel geht es weder um die Position der Luftmessstellen noch um die Höhe der Grenzwerte. Die Messungen an der verkehrsreichen Fünffensterstraße verfolgen das Ziel, die Werte an einem Ort mit möglichst hoher Belastung zu ermitteln und somit eine kritische Kontrolle der Luftqualität in Kassel zu haben. Auf Bitten der Stadt Kassel wurden durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie NO2-Messungen mit sogenannten Passivsammlern an zwei weiteren Hotspots in Kassel gemacht.

 

Deutliche Ergebnisse

Die Ergebnisse belegen deutlich, dass mit der Einhaltung der Grenzwerte an der Fünffensterstraße für das restliche Stadtgebiet ebenfalls von der Einhaltung ausgegangen werden kann. Die Entwicklung der Luftschadstoffe in Kassel zeigt, dass die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte auch in einer Großstadt sehr wohl möglich ist.

"Wir nehmen unsere Verantwortung für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt sehr ernst und wollen uns an den bestehenden gesetzlichen Grundlagen messen lassen. Es ist unser Ziel, mit unseren Anstrengungen zur Luftreinhaltung die Lebensqualität in Kassel auch weiterhin zu steigern", so Stadtbaurat Nolda.

 


Übersicht der Messwerte 2018 in Kassel

  •  Messstation Fünffensterstraße (Verkehr):
    - NO2: 39,6 µg/m³
    - PM10: seit 2005 keine Überschreitungen
  •  Passivsammler (nur NO2): 
    - Schönfelder Straße 37,7 µg/m³
    - Ysenburgstraße 35,9 µg/m³
Veröffentlicht am:   13. 02. 2019  


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