Mehrere Bäume werden im Stadtgebiet gefällt

Luftbild Stadt Kassel; © Stadt Kassel

In den kommenden Wochen werden an mehreren Stellen im Kasseler Stadtgebiet Bäume zur Vorbereitung von Straßenbauprojekten gefällt. Die Arbeiten, die im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung an eine Fachfirma vergeben wurden, beginnen ab Montag, 11. Februar.

Notwendig sind die Fällungen, da zahlreiche der betroffenen Bäume in keinem guten Zustand mehr sind oder unzureichende Standortbedingungen haben. Im Zuge der Umgestaltung der einzelnen Straßen plant das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel zudem eine hohe Zahl von Ersatzpflanzungen mit deutlich besseren Wachstumsbedingungen.
 
Auf Grundlage des Naturschutzgesetzes mit der Berücksichtigung der Vogelbrutzeit sind Baumfällungen und Gehölzschnitte nur bis Ende Februar eines Jahres zulässig. Da verschiedene Stadtteile davon betroffen sind, werden entsprechende Halteverbotsschilder auf die konkreten Termine rechtzeitig hinweisen. Mit kurzen baubedingten Verengungen der Fahrbahnen bzw. kurzzeitigen Sperrungen ist während der Arbeiten zu rechnen.
 
Folgende Straßen und Plätze sind betroffen: Obere Königstraße – Friedrichsplatz, Heinrich-Heine-Straße, Wolfsgraben und Weserstraße.

 

Obere Königstraße – Friedrichsplatz

Im Zuge des weiteren Ausbaus der Oberen Königstraße werden auf dem Friedrichsplatz, 36 Linden gefällt. Aktuell stehen die Bäume in einem zu engen Raster und nehmen sich gegenseitig Licht und Nährstoffe. Darüber hinaus befindet sich der überwiegende Teil in einem schlechten Gesundheitszustand, da der Wurzelraum im Umfeld der Tiefgarage zu gering ist. Mit der Umgestaltung des Friedrichsplatzes ist vorgesehen, das Baumraster mit 31 neuen Linden in ausreichend große Pflanzgruben mit 12 Kubikmeter Wurzelraum und einer automatischen Bewässerungsanlage zu vergrößern.


 
Heinrich-Heine-Straße

Die in die Jahre gekommene Heinrich-Heine-Straße soll zwischen Frankfurter Straße und Ludwig-Mond-Straße ein neues Gesicht bekommen. Die großzügigen Querschnitte für den Kfz-Verkehr mit gleichzeitig zu schmalen Gehwegen und zu kleinen Baumscheiben werden sich mit der neuen Planung verändern. Der Fokus liegt auf der Verringerung der Fahrbahn sowie einer abwechslungsreichen und verkehrsberuhigenden Gestaltung, um vor allem den Durchgangsverkehr weitestgehend außen vor zu lassen. Ziel ist die Gründung einer neuen Allee.

Im Zuge der Planung wurden die betroffenen Eigentümer und Ortsbeiräte Südstadt und Wehlheiden frühzeitig eingebunden und über die Hintergründe für die notwendigen Baumfällungen stets informiert. Die Stadteilvertreter hatten dazu in einer gemeinsamen Sitzung am 20. September 2018 jeweils positive Beschlüsse gefasst.
 
Ein Großteil der zu fällenden Bäume weist aufgrund schlechter Standortbedingen massive Schäden auf. Würden die Bäume nicht gefällt, wäre nach Einschätzung des Umwelt- und Gartenamtes mit einer Reststandzeit von fünf bis maximal zehn Jahren zu rechnen. Zugleich müssten die Bäume intensiv gepflegt und regelmäßig zurückgeschnitten werden.
 

Heinrich-Heine-Straße Kassel; © Stadt Kassel Ist-Zustand: So sieht die Heinrich-Heine-Straße derzeit aus.

Heinrich-Heine-Straße Kassel; © Stadt Kassel Zukunftsmusik: So soll die Heinrich-Heine-Straße nach der Sanierung aussehen.

Derzeit stehen an der Heinrich-Heine-Straße insgesamt 137 Bäume. Geplant ist, dass davon 90 gefällt werden. Ein guter Anteil der noch vitalen bzw. stadtteilprägenden Bäume konnte das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt in die neue Planung integrieren. Als Ersatz sind 122 Neupflanzungen an neuen Standorten im Straßenraum geplant. Damit wird die Heinrich-Heine-Straße noch grüner werden: Nach dem Umbau wird es damit rund 25 Prozent mehr Bäume als vor der Baumaßnahme geben.
 
Weiterhin sieht die Planung 17 optionale Baumstandorte an Stellen zusätzlich vor, wo zukünftig abgängige Bäume vermutet werden. Nur durch die Fällung des überwiegenden Teils der Bäume ergibt sich die Möglichkeit, den Straßenraum wie beschrieben neu aufzuteilen und die geplanten Baumstandorte in Richtung Fahrbahnachse zu verlagern und damit eine neue Allee zu gründen.

 

Wolfsgraben

Für die Erneuerung des Wolfsgrabens müssen einige Bäume in den Böschungen weichen. Im Abschnitt zwischen Spiekershäuser Straße und Höheweg werden die Stützmauern erneuert, um eine bessere Verkehrsführung und fußgängerfreundliche Gehwege zu ermöglichen. Dazu wurde die neue Straße etwas höher als der Bestand geplant und in den Randbereichen neue Winkelstützmauern erforderlich. In diesem Zusammenhang müssen etwa 15 Bäume, Linden und Eschen sowie Sträucher gefällt werden. Auf den wieder hergestellten Böschungsflächen werden später Ersatzbäume gepflanzt.


 
Weserstraße/Einmündung Magazinstraße

Für den seit Jahren geforderten Bau einer Querungshilfe über die Weserstraße/Magazinstraße muss der Fahrbahnrand in stadtauswärtiger Richtung zu Lasten des Parkstreifens auf Höhe der Einmündung Magazinstraße verschwenkt werden. Dafür müssen vier Platanen weichen. Entsprechende Ersatzpflanzungen sind in der Schützenstraße vorgesehen. Gleichzeitig werden auf der stadteinwärtigen Seite der Weserstraße vier derzeit unbepflanzte Baumscheiben wieder neu bepflanzt.
 

Veröffentlicht am:   15. 02. 2019  


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