Stadt macht Tempo bei der Förderung des Radverkehrs

Fahrradstraße; © Stadt Kassel; Foto: Harry Soremski

"Bei der Förderung des Radverkehrs sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen", berichtete Verkehrsdezernent Dirk Stochla am 24. Oktober im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Im letzten und in diesem Jahr seien zahlreiche Radverkehrsprojekte geplant und umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden. Bei jeder Infrastrukturmaßnahme werde der Radverkehr gleichberechtigt integriert - nicht nur bei großen Umbaumaßnahmen, sondern auch bei Fahrbahn- und Brückensanierungen sowie in Anliegerstraßen. Neben der Errichtung von Radverkehrs-und Abstellanlagen seien eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen wie das Stadt- und Schulradeln sowie vielfältige Serviceangebote rund ums Radfahren weitere wichtige Bestandteile der städtischen Radverkehrsförderung.

Als in 2017 abgeschlossene Maßnahmen verwies Stochla insbesondere auf den Knotenpunkt Schönfelder Straße/Ludwig-Mond-Straße, den Gegenrichtungsradweg in der Kurfürstenstraße oder die Einrichtung der Fahrradstraße Fiedlerstraße. Im laufenden und im kommenden Jahr finden die Belange der Radfahrer beispielsweise bei den umfangreichen Bauarbeiten in der Druseltalstraße oder der grundhaften Erneuerung Wolfsgraben/Höheweg oder der Lärmsanierung der Bürgermeister-Brunner-Straße, Berücksichtigung.

Derzeit werde auch geprüft, ob weitere Fahrradstraßen eingerichtet werden können, dazu gehören etwa die Goethestraße oder die Simmershäuser Straße. Ferner wird der Radverkehr in die weiteren Planungen Wolfhager Straße/Bereich Drei Brücken, Bahnhof Wilhelmshöhe, Mönchebergstraße, Knotenpunkt Katzensprung (2. Bauabschnitt) oder Knotenpunkt Ludwig-Mond-Straße/Bosestraße einbezogen. 

"Indem wir Kassel fahrradfreundlicher gestalten, tragen wir dazu bei, dass die Straßen für alle Verkehrsteilnehmer sicherer werden und der Verkehr besser fließt", ist Verkehrsdezernent Stochla überzeugt. Um auf Dauer mehr Lebensqualität, bessere Erreichbarkeit sowie weniger CO2-und Lärmemissionen in der Stadt zu erreichen, ist die Förderung des Radverkehrs eines von mehreren strategischen Zielen des Verkehrsentwicklungsplans und des Integrierten Klimaschutzkonzepts. Die Topographie Kassels stelle angesichts der gewaltigen technologischen Entwicklung bei allen Komponenten moderner Fahrräder und des Siegeszugs von E-Bikes und Pedelecs kein Hindernis mehr dar.

Stochla ist deshalb zuversichtlich, dass es gelingen wird, den Anteil des Fahrrades am Gesamtverkehrsaufkommen von derzeit etwa 9 Prozent auf 11 bis 14 Prozent bis 2030 zu erhöhen: "Wie ernsthaft dieses Ziel verfolgt wird, zeigt eindrucksvoll die engagierte Arbeit am Radverkehrskonzept."

Das Radverkehrskonzept soll dazu dienen, grundlegende Richtungsentscheidungen zu treffen. In Lageplänen und Steckbriefen werden Vorzugsvarianten dargestellt, die als Beispiele zu interpretieren sind. Durch dieses Maßnahmenbündel soll der Radverkehr gefördert werden. Es gibt fünf bedeutende Zielfelder, die durch die Radverkehrsförderung erreicht werden sollen:

Senkung des Flächenbedarfs der urbanen Mobilität; Reduzierung der Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern durch qualitativ hochwertige Radverkehrsanlagen; Steigerung der Luftqualität durch Entlastung der Luftverschmutzung; Reduzierung des Verkehrslärms und damit Steigerung der Lebensqualität; Verringerung des Energiebedarfs und des CO2-Ausstoßes.

"Mit diesen Bausteinen sind wir für die Zukunft gut gerüstet!", so Stochla abschließend.

 

Umsetzung in 2017

  • Fertigstellung Knotenpunkt Schönfelder Straße/Ludwig-Mond-Straße – ca. 1,2 Mio. Euro
  • Kurfürstenstraße Gegenrichtungsradweg 2. BA – ca. 400.000,- Euro
  • Einrichtung Fahrradstraße Fiedlerstraße – ca. 45.000,- Euro
  • Markierung Radfahrsteifen mit Roteinfärbung Friedrich-Ebert-Straße (Einmündungen)
  • Markierung Radfahrstreifen inkl. Roteinfärbungen Wolfhager-Straße/Drei Brücken
  • Anpassung Querungsinsel und Markierung in Korbacher Straße/Bahndamm – ca. 10.000,- Euro
  • Integration von Fahrradbügeln bei Anliegerstraßen wie Grebensteiner Straße, Eckermannstraße, Hasserodtstraße, Joseph-Beuys-Straße
  • Integration von Fahrradbügeln in der Umbaumaßnahme Untere Königsstraße sowie Freigabe der Unteren Königsstraße in der Nebenzeit von 20 Uhr bis 9 Uhr
  • Optimierung Radverkehrsführung Knotenpunkt Mauerstraße/Lutherplatz Unterneustädter Kirchplatz Freigabe der Seitenbereiche für den Radverkehr und Freigabe der Furt

 

Planung für 2018

  • Machbarkeitsstudie und Vorplanung Königinhofstraße
  • Radbügelprogramm für diverse Stadtteile
  • Querungshilfen Konrad-Adenauer-Straße Schutzstreifen– ca. 125.000,- Euro
  • Prüfung weiterer Fahrradstraßen (z.B. Goethestraße, Simmershäuser Straße etc.)
  • Einheitliche Gestaltung und Freigabe von Fahrradstraßen (z. B. durch Markierung)
  • Markierung Wolfhager Straße am Bhf. Harleshausen
  • Fahrradfreundlicher Ausbau der Heinrich-Heine-Straße inkl. Verbesserung der Querung an der Frankfurter Straße

 

Umsetzung in 2018/2019

  • Grundhafte Erneuerung Wolfsgraben/Höheweg Integration von Radverkehrsanlagen (Schutzstreifen) in Bergaufrichtung – ca. 1,6 Mio. Euro
  • Lärmsanierung Bürgermeister-Brunner-Straße Integration von Radverkehrsanlagen – ca. 350.000,- Euro
  • Grundhafte Erneuerung Geh-/Radweg Steinweg – ca. 380.000,- Euro
  • Grundhafte Erneuerung Druseltalstraße von Eugen-Richter-Straße bis Bertha-von-Suttner-Straße – in 2019 ca. 375.000 Euro, insgesamt ca. 2,1 Mio. Euro
  • Auedamm – Erneuerung/Verbreiterung Gehweg von WVC bis Damaschkebrücke für Gehweg/Radler frei – ca. 260.000,- Euro
  •  Einrichtung Schillerstraße als Fahrradstraße (Markierung und Verkehrszeichen)
  • Radstätte Deutsche Einheit am Auebad – ca. 50.000,- Euro

 

Öffentlichkeitsarbeit - wiederkehrend

  • Meldeplattform Radverkehr, siehe Link unten
  • Stadt- und Schulradeln
  • Mit dem Rad zur Arbeit
  • Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen AGNH (ständiges Mitglied Radverkehrsbeauftragte)
  • Radforum Region Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel und Zweckverband Raum Kassel ZRK)
  • Veranstaltungen wie Bike-Expo, Sattelfest
  • Radwegweisung (Anpassungen von Routen)
  • Fahrradstadtplan (städtisch und regional)
  • Uni-Radroutenplan
  • documenta Radroutenplan
  • Postkartenaktionen (z. B. zur Haltestellensituation Friedrich-Ebert-Straße und über das Kap fahrender Radverkehr)
  • Aufklärungsarbeit Parken auf Radwegen (Lieferfahrzeuge) ab 2018 innerhalb der Kampagne "Rücksichtnahme im Verkehr" sowie der Europäischen Mobilitätswoche

 

Konzepte/Datenbankaufbau/Fahrradvermietsystem

 

  • Erarbeitung eines Radverkehrskonzeptes
  • Mitwirken Machbarkeitsstudie zu Raddirektrouten Auftraggeber ZRK
  • Aufbau eines Radverkehrskatasters
  • Aufbau eines Wegemanagements Nordhessen
  • Begleitung des Systemanbieter-Übergangs des Fahrradvermietsystems.

 

 

Veröffentlicht am:   25. 10. 2018  


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