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Plakat-Ausstellung im Rathaus: #StolenMemory

Rund 3.000 persönliche Gegenstände von KZ-Inhaftierten warten im Archiv des International Tracing Service (ITS) darauf, an Familien zurückgegeben zu werden. Einige davon zeigt die Plakatausstellung #StolenMemory, die vom 20. Oktober bis 30. November im Rathaus in Kassel zu sehen ist.

Fotos und Schmuck einer KZ-Inhaftierten; © International Tracing Service (ITS)
Persönliche Gegenstände, die Maria Nanmova bei ihrer Inhaftierung durch die Nationalsozialisten abgenommen wurden

Poster mit den Namen von Menschen und Fotos von den Gegenständen, die sie bei ihrer Verhaftung durch die Nationalsozialisten bei sich trugen: Taschen- und Armbanduhren, Ringe, Brieftaschen, Familienfotos, auch Alltägliches wie Kämme oder Rasiermesser öffnen ein kleines Fenster in ihr Leben vor der Verfolgung. Die Plakate geben einen Überblick über die Schicksale der Menschen – auf der Basis der im ITS-Archiv vorliegenden Dokumente.

Die Ausstellung #StolenMemory ist Teil einer Kampagne, die der ITS gestartet hat, um Angehörigen die persönlichen Gegenstände aushändigen zu können. „Einige der Plakate erzählen, was es den Menschen bedeutet, die Erinnerungsstücke in den Händen zu halten“, erklärt ITS-Direktorin Floriane Azoulay. „Der andere Teil zeigt Gegenstände, zu denen wir noch nach Angehörigen suchen. Wir können sie umso schneller zurückgeben, je mehr Menschen uns bei der Suche unterstützen.“

Die Ausstellung ist  in der Seitenhalle im Rathaus (Hauptflügel, 2. Stock) zu sehen und kann während der Rathaus-Öffnungszeiten besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Der Großteil der erhaltenen Gegenstände gehörte „politischen“ Häftlingen und inhaftierten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus Ländern wie Polen, der Ukraine und Russland. Insgesamt stammen sie von Menschen aus dreißig Nationen. Die meisten von ihnen mussten in der großen Zahl von KZ-Außenlagern Zwangsarbeit leisten, insbesondere für die deutsche Rüstungsindustrie oder bei der Räumung von Trümmern nach Bombenangriffen. Die Todesraten waren extrem hoch, oft starben die Menschen schon nach wenigen Wochen oder Monaten. „Vernichtung durch Arbeit“ war das brutale Prinzip.

Hintergrund:
Die meisten dieser sogenannten „Effekten“ hatte die SS zusammen mit Dokumenten und weiteren Spuren der Gräueltaten bei der Räumung der Konzentrationslager vernichtet. Erhalten ist ein kleiner Bestand überwiegend aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg sowie aus Dachau und einige wenige Gegenstände aus Bergen-Belsen.

Über den International Tracing Service (ITS)


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