Neue Dreifelder-Sporthalle: Preisträger für Architektenwettbewerb „TASK-Sporthalle“ stehen fest

Übergabe Förderbescheid; © Stadt Kassel; Foto: Soremski
Übergabe Förderbescheid: Prof. Dr. Volker Scheid, Sportminister Peter Beuth, Sportdezernent Christian Geselle, Sportamtsleiterin Andrea Fröhlich und Uni-Vize-Präsident Prof. Dr. Andreas Hänlein.

Der Architektenwettbewerb zum Neubau der TASK-Dreifelder-Sporthalle auf der Sportanlage Auepark in Kassel ist entschieden. Aus elf Wettbewerbsbeiträgen hat ein Preisgericht unter Vorsitz der Architektin und Uni-Professorin Brigitte Häntsch jetzt drei Preisträger bestimmt. Der Siegerentwurf stammt vom Büro h.s.d. architekten BDA aus Lemgo.

Über die Vielzahl von sehr guten Lösungen für die neue Dreifelder-Sporthalle, die Stadt Kassel und Universität Kassel gemeinsam im Rahmen ihres TASK-Projektes im kommenden Jahr bauen werden, zeigte sich Stadtbaurat Christof Nolda begeistert: „Die hohe Qualität der eingereichten Architekturentwürfe, aber auch die Vielfalt der unterschiedlichen Lösungsideen zeigt, dass die Entscheidung einen Wettbewerb für diese Bauaufgabe durchzuführen, richtig war.“

Stadtkämmerer und Sportdezernent Christian Geselle zeigte sich angetan von den drei Preisträger-Entwürfen für die neue TASK-Sporthalle: „Das sind kompakte und flächeneffiziente Lösungen. Mir als Sportdezernent ist natürlich die Funktionalität für den Sport wichtig. Das Gebäude und die Ausstattung sollen den Anforderungen der späteren Nutzergruppen - also den Studierenden, den Vereinen und Schulen – gerecht werden.“

Aus den drei Preisträger-Entwürfen wird am Ende ein Entwurf realisiert. Die Entscheidung fällt voraussichtlich noch in diesem Jahr im Rahmen des nun beginnenden Vergabeverfahrens. Die Wettbewerbsarbeiten werden ab Ende November im Kasseler Architekturzentrum KAZ im Kuba präsentiert und sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 30. November, ab 19.30 Uhr findet auch die Preisverleihung an die drei Preisträger statt.


Der Wettbewerb und die Preisträger

Der 1. Preis ging an das Büro h.s.d. architekten BDA aus Lemgo für einen Entwurf, der die Jury mit einem kompakten quadratischen Baukörper in der nordwestlichen Ecke des Wettbewerbsgrundstückes überzeugte. So verbleibt ein genügend großer Außenraum, um das geforderte Außenspielfeld an favorisierter Stelle südlich des Neubaus anzuordnen. Der Zugang ist gut auffindbar gegenüber dem Eingang zur Aueparkhalle angeordnet. Über einen Steg betritt der Besucher ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer, das über einen Luftraum mit dem Obergeschoss verbunden ist und räumliche Qualitäten verspricht. Die architektonische Gestaltung der neuen Sporthalle überzeugt. Einer sehr preiswerten Gebäudehülle aus Trapezblech auf der Außenseite wird eine zweite Haut aus einer spalierartigen Holzstruktur vorgeblendet. Diese ist als Rankgerüst gedacht und ermöglicht eine sensible Einbindung in die geschützte Karlsaue.

Den 2. Preis erreichte Bayer & Strobel Architekten aus Kaiserslautern mit einer zurückhaltend gestalteten Halle, die mit ihrem klar organisierten Grundriss und der selbstverständlichen Eingangssituation besticht. Die sensible Farbgebung der Metallfassade reagiert mit ihren abgestuften Grün- und Grautönen auf die Nähe zum Park der Karlsaue und zum Küchengraben. Außenraumbezug wird über ein durchgehendes Fensterband zur Aue und ein dosiertes Tageslicht über Lichtkuppeln angenehm hergestellt.

Herbert Hussmann Architekten aus Berlin errang für die Idee einer Hülle aus gelochten Metallfassaden, die sich bei entsprechend matter Farbwahl gut in das Gartendenkmal einfügen würde, den 3. Preis. Die klare Trennung in einen massiv scheinenden Sockel und einer leichten Metallfassade führt zu einem zurückhaltenden Ausdruck und interpretiert in moderner Weise die benachbarte Auepark-Sporthalle. Durch die vorgesehene Höhenlage ist eine einfache Hochwassersicherung möglich, gleichzeitig wird der dadurch entstehende Vorsprung genutzt, um das Gebäude über tribünenartige Sitzstufen mit der Landschaft zu verbinden.

Aufgabe des Wettbewerbs

Die Stadt Kassel plant in Kooperation mit der Universität Kassel für das Transfer- und Anwendungszentrum Sport in Kassel (TASK) die Errichtung einer Dreifeld-Sporthalle mit 199 Zuschauerplätzen. Der Neubau umfasst rund 2.700 m² Brutto-Grundfläche. Die neue TASK-Halle ist ein weiterer Mosaikstein in der vielfältigen Landschaft des Kasseler Sportzentrums am Auepark, das neben dem dominierenden Auestadion aus weiteren Einrichtungen wie der Eissporthalle, der Aueparkhalle, Tennisplätzen und Vereinsheimen besteht.

Der Neubau bildet ein neueres und kleineres Pendant zur Aueparkhalle und bildet mit dieser einen funktionalen und technischen Zusammenhang. Eine Besonderheit der Aufgabe bestand darin, dass die Lage des Neubaus ‚hinter’ der Aueparkhalle zwar die Wahrnehmbarkeit von der Stadtseite einschränkt, die unmittelbare Nähe zum Staatspark Karlsaue jedoch eine prominente Fernwirkung in Richtung Parklandschaft erzeugt. Auf diese sensible Nachbarschaft galt es angemessen gestalterisch zu reagieren.

 

Preisrichter

  • Prof. Dr.-Ing. Peter Racky, Universität Kassel
  • Prof. Alexander Reichel, Architekt, Kassel
  • Prof. Brigitte Häntsch, Architektin, Berlin
  • Prof. Philipp Krebs, Architekt Kassel
  • Christof Nolda, Stadtbaurat Stadt Kassel
  • Christian Geselle, Kämmerer Stadt Kassel
  • Axel Jäger, Leiter Amt Hochbau und Gebäudebewirtschaftung Stadt Kassel
     

Stellvertretende Preisrichter

  • Karsten Schwartz, Stellvertretender Leiter  Sportamt, Stadt Kassel
  • Volker Mohr, Leiter Amt für Bauaufsicht, Denkmalschutz und Stadtplanung, Stadt Kassel
  • Andreas Wannenmacher, Architekt, Bielefeld
     

Sachverständige Berater

  • Gerhard Blömeke-Rumpf, Institut für Sport und Sportwissenschaft, Universität Kassel
  • Dr. Martin Hellmann, Amt Hochbau und Gebäudebewirtschaftung Stadt Kassel (Haustechnik und Energiemanagement)
  • Siegfried Hoß, Gartendenkmalpflege, Museumslandschaft Kassel
  • Klaus Sausmikat , Abteilungsleiter Bau, Technik und Liegenschaften, Universität Kassel
  • DU Diederichs Projektmanagement,Wuppertal (Kosten)
     

Das Wettbewerbsmanagement übernahm das Büro ANP aus Kassel.


Landeszuwendung für neue Dreifelder-Sporthalle und Kunstrasenplatz in Kassel

Die Stadt Kassel und die Universität Kassel bauen im Rahmen ihres gemeinsamen TASK-Projektes auf der Sportanlage Auepark eine neue Dreifelder-Sporthalle und daneben einen modernen Kunstrasenplatz. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt rund 6,9 Millionen Euro. Aus dem Sonderinvestitionsprogramm für herausragende Sportanlagen erhält die Stadt Kassel eine Förderung vom Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport. Den entsprechenden Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 2,4 Millionen Euro überreichte jetzt der hessische Innenminister Peter Beuth an Kassels Stadtkämmerer und Sportdezernent Christian Geselle.

„Das Projekt TASK verfolgt die Idee, neue und praxisbezogene Impulse zu schaffen, um Menschen in Nordhessen nachhaltig in Bewegung zu bringen. Dabei werden vielfältige Ansätze verfolgt, die das ganze Themenspektrum des Sports umfassen, wie Gesundheit und Erziehung aber auch Vereins- und Breitensport. Davon profitieren die Kasseler Vereine, die Kasseler Schulen und die Universität Kassel gleichermaßen“, erklärte Sportminister Peter Beuth.

Das Sonderprogramm des Landes gebe der Stadt die Möglichkeit, die beiden Vorhaben relativ kostengünstig zu realisieren, sagte Sportdezernent Geselle. Die Stadt selbst werde etwas mehr als drei Millionen Euro dafür investieren, die restlichen rund 1,5 Millionen Euro kommen von der Universität. Geselle: „Die neue Dreifelder-Sporthalle und der ganzjährig bespielbare Kunstrasenplatz sind eine weitere Investition in die Sportinfrastruktur in Kassel. Der vorhandene Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten lässt sich somit künftig ein Stück weit abdecken. Die Studierenden der Universität, der Kasseler Schulsport und die Sportvereine unserer Stadt können sich freuen.“

Prof. Dr. Andreas Hänlein, Vizepräsident für Studium und Lehre an der Universität Kassel, sagte: „Wir freuen uns, dass wir mit dem Bau und Betrieb der neuen Halle erneut erfolgreich mit dem Land und der Stadt Kassel kooperieren. Die Sporthalle fördert das Transfer- und Anwendungszentrum Sport in Kassel (TASK) und verbessert zugleich die Möglichkeiten der Sportlehrerausbildung und des Allgemeinen Hochschulsports. Ein gutes Sport- und Freizeitangebot ist auch für die Attraktivität des Studienstandortes von großer Bedeutung - die TASK-Halle komplettiert den Ausbau unserer Sportwissenschaft, die zuletzt durch ein Institutsgebäude mit Fitnesscenter und ein Bootshaus erweitert wurde.“

Wie der Direktor des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel, Prof. Dr. Volker Scheid, betonte, schaffe die neue Sporthalle die notwendige Infrastruktur zur Durchführung zukünftiger sportwissenschaftlicher TASK-Projekte, beispielsweise zur Sturzprävention bei Senioren und zum Ballsport mit Grundschulkindern, und ermögliche zusätzliche bewegungswissenschaftliche und sportmedizinische Analysen.

Der Baubeginn für beide Vorhaben ist für Mitte des kommenden Jahres vorgesehen. Da durch den Bau der Dreifelder-Halle auf der Sportanlage Auepark ein Rasenspielfeld wegfallen muss, wird zunächst ein angrenzender Hartplatz zu einem modernen Kunstrasenplatz umgebaut und noch im Herbst 2017 fertiggestellt. Die Stadt plant, die neue Dreifelder-Sporthalle dann im Jahr 2019 in Betrieb zu nehmen.


Hintergrund TASK

TASK ist die Abkürzung für „Transfer- und Anwendungszentrum Sport in Kassel“ und beinhaltet eine enge Kooperation von Stadt und Universität Kassel mit dem Ziel, sportbezogene Projekte aus der wissenschaftlichen Forschungsarbeit in die sportpraktische Anwendung zu bringen.

Veröffentlicht am:   14. 11. 2016  


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