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Horst Hoheisel stellt neues Buch zum Aschrottbrunnen vor

An jedem 11. des Monats reinigt der Kasseler dOCUMENTA (13)-Künstler Horst Hoheisel den von ihm im Jahr 1987 gestalteten Brunnen vor dem Rathaus.

Am 11. Juli stellte Hoheisel vor der Reinigung gemeinsam mit den Autoren des Vorwortes Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der Künstlerischen Leiterin der dOCUMENTA (13) Carolyn Christov-Barkargiev und Dr. Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstätte Breitenau, sein Buch "Aschrottbrunnen 2012" vor.

Horst Hoheisel: Aschrottbrunnen 2012; © Stadt Kassel; Foto: Internetredaktion

Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Horst Hoheisel im Gespräch; © Stadt Kassel; Foto: Internetredaktion

Der Aschrottbrunnen - ehemals 12 Meter hoch - wurde 1908 von Sigmund Aschrott, einem erfolgreichen Kasseler Unternehmer aus deutsch-jüdischer Familie, gestiftet und durch Rathausarchitekt Karl Roth umgesetzt. Am 9. April 1939 wurde der "Judenbrunnen" von nationalsozialistischen Aktivisten zerstört.

Kurz darauf ließ die Stadtverwaltung den Brunnen bis auf seine Sandsteinfassung abtragen. Nach dem Krieg wurde das Brunnenbecken zum Blumenbeet und Springbrunnen umgenutzt.

1987 - zur documenta 8 - schuf Horst Hoheisel den Brunnen im Auftrag der Stadt als Negativform des Originals neu. Der nun ebenfalls 12 Meter in den Boden versenkte Aschrottbrunnen soll als offene Wunde der Stadtgeschichte an erlittenes Unrecht erinnern und Mahnung sein. Auch um diese Erinnerung wach zu halten, steigt  Horst Hoheisel einmal im Monat in den Brunnen und reinigt ihn.

Die Künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13) Carolyn Christov-Bakargiev und Oberbürgermeister Bertram Hilgen; © Stadt Kassel; Foto: Internetredaktion

Künstler Horst Hoheisel erklärt anhand einiger Abbildungen den Aufbau und die Geschichte seines Brunnens; © Stadt Kassel; Foto: Internetredaktion

Die Publikation "Aschrottbrunnen 2012" ist zum Preis von 5,00 Euro erhältlich. Die Verkaufssumme kommt vollständig der Gedenkstätte Breitenau als Spende zugute.

Das Buch ist eine erweiterte Neuauflage. Die erste Ausgabe erschien bereits 1998 anlässlich der Aufnahme des Modells des Aschrottbrunnens in die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Neben Texten von James E. Young, Hanno Loewy und Horst Hoheisel zeigt das Buch historische Bilder des originalen Aschrottbrunnens.

Gruppenbild mit Beteiligten und Sponsoren; © Stadt Kassel; Foto: Internetredaktion
Gruppenbild mit Beteiligten und Sponsoren. Von links: Carolyn Christov-Bakargiev, Künstlerische Leiter der dOCUMENTA(13), Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Klaus Angermann von der Fieseler Stiftung, Übersetzer, Künstler Horst Hoheisel, Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstätte Breitenau als Herausgeber, und Horst Peter von der Sparkasse Kassel.


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