Eine neue Heimat für den Fieseler Storch

Den Kasseler Bürgern ist das geschichtsträchtige Flugzeug Fieseler Storch ans Herz gewachsen; der Magistrat hat am Dienstag, 20. August 2013, eine wichtige Entscheidung über die weitere Zukunft des historisch bedeutsamen Flugzeugs getroffen.

Wie Oberbürgermeister Bertram Hilgen mitteilte, beabsichtigt die Stadt Kassel, das Leichtflugzeug an den Verein Fieseler Storch für Kassel e. V. zum symbolischen Preis von 1 Euro zu verkaufen. Der Verein verpflichtet sich im Gegenzug, das Flugzeug angemessen unterzubringen und es dauerhaft in der Region als Attraktion zu erhalten. Das Flugzeug darf weiterhin nicht ohne Einwilligung der Stadt Kassel an Dritte veräußert werden und für den Fall der Auflösung des Vereins geht der Storch zurück an die Stadt Kassel.

Der Fieseler Storch Fi 156 C 3 in vollendeter Version; © Stadt Kassel; Foto: Soremski

„Der Verein hat in die Restaurierung des bedeutenden historischen Flugobjekts hohe Summen investiert und unbezahlbares Engagement gezeigt, um es für die Öffentlichkeit zu erhalten“, sagte Oberbürgermeister Hilgen. Im November 2005 war das Flugzeug als Leihgabe an den Verein übergeben worden, der es nach Kassel Calden verlagerte und dort auf eigene Kosten bis zur Flugfähigkeit wieder restaurierte.

Der Fieseler Storch soll zukünftig am Flughafen Kassel-Calden in einer neu zu errichtenden Halle gezeigt werden, die sowohl die Präsentation des bei den Kasseler Bürgern und Flugbegeisterten beliebten Objektes als auch den Betrieb und die Wartung ermöglicht. Dazu ist dem Verein eine Fläche auf dem neuen Flughafengelände im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages angeboten worden. Der Verein hat signalisiert, dass er bereit ist, dort eine geeignete Halle in eigener Verantwortung zu errichten und diese dann ebenfalls in eigener Regie zu betreiben, wenn er Eigentümer des Flugzeugs wird. Der Eigentümerwechsel ist unter anderem notwendig für die Einwerbung von Sponsorengeldern.

Blick in den Motor; © Stadt Kassel; Foto: Soremski Der luftgekühlte V8-Motor mit 240 PS Startleistung.

Das Cockpit mit Instrumenten; © Stadt Kassel; Foto: Soremski Blick in das funktionstüchtige Cockpit mit Instrumenten.

Aktuell hat der Verein mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung durch die Stadt Kassel eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel in Auftrag gegeben, die Herstellungskosten einer entsprechenden Halle auf dem in Aussicht gestellten Grundstück des neuen Flughafengeländes zu ermitteln.

Oberbürgermeister Hilgen: „Es ist eine Entscheidung, die lange vorbereitet und sorgfältig abgewogen worden ist. Die Stadt selbst verfügt weder über entsprechendes Fachpersonal, noch über die finanziellen Mittel um das Flugzeug langfristig so unterzubringen, dass die konservatorischen Bedingungen erfüllt sind und es der Öffentlichkeit in der jetzt geplanten Form präsentiert werden kann. Daher ist das Engagement des Vereins Fieseler Storch für Kassel e.V. nicht hoch genug zu wertschätzen.“

Präsentation des Fieseler Storchs; © Stadt Kassel; Foto: Soremski
Großer Andrang bei der öffentlichen Präsentation des Fieseler Storchs im Flughafen-Hangar im Juni 2012.


Hintergrund

Der Fieseler Storch“ wurde 1943 in Kassel gebaut, befand sich später lange Jahre im Ausland und wurde im Jahr 1976 durch die Stadt Kassel mit Unterstützung des Landes Hessen und Spenden von Kasseler Bürgern für 32.000 DM erworben. Das Flugzeug stand zunächst in den Hallen der Bundeswehr Luftwaffe in Fritzlar. Anschließend wurde es im Museum für Astronomie und Technik-Geschichte ausgestellt. Nach der Neuausrichtung des Museums wurde es in den Kasseler Kulturbahnhof gebracht, wo es einige Jahre als Wahrzeichen der Kasseler Technikgeschichte in der Bahnhofshalle hing. Nach Kündigung des Vertrages durch die Deutsche Bahn AG im Jahr 2005 wurde das Flugzeug zerlegt in den ehemaligen Hallen der Firma Henschel in Rothenditmold eingelagert. Aufgrund der mangelhaften konservatorischen Bedingungen musste noch im Jahr 2005 zwingend ein neuer Standort gefunden werden.

Veröffentlicht am:   20. 08. 2013  


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