27. Januar - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Der 27. Januar ist als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des Regimes in der Zeit von 1933 bis 1945: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt wurden.

Auf einer Mauer abgelegte Rose, im Hintergrund die Schlote der Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz.; © Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney
Eine Rose vor dem Konzentrationslager Auschwitz: Der 27. Januar steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney

Die Stadt Kassel wird mit einer Kranzniederlegung am Sonntag, 27. Januar 2019, um 13.30 Uhr, am Aschrottbrunnen am Kasseler Rathaus der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken.  

 

Der Aschrottbrunnen - ein Geschenk des jüdischen Unternehmers Sigmund Aschrott an die Stadt - wurde vor 80 Jahren durch eine Gruppe nationalsozialistischer Aktivisten einmal mehr beschädigt und daraufhin von der Stadtverwaltung abgetragen. 1939 begann zudem die Deportation inhaftierter Sinti aus Kassel. Eine Gedenktafel am Rathaus erinnert an ihr Schicksal.

 

Am gleichen Tag findet auch ein ökumenischer Gottesdienst um 10 Uhr in der Markuskirche, Richard-Wagner-Straße 6 statt, der gemeinsam mit dem Sara-Nussbaum-Zentrum gestaltet wird.

 

Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Kranzniederlegung und am ökumenischen Gottesdienst teilzunehmen.


In Kassel ist das Gedenken an die Opfer gelebte Wirklichkeit

Der nationale Gedenktag ist 1996 auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt worden: Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit, das zum Inbegriff des Holocausts und des industriell betriebenen Massenmordes an den europäischen Juden geworden ist. Von Anfang an ist der Holocaust-Gedenktag in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland als Impuls für alle Städte und Gemeinden des Landes gedacht, ihren eigenen Anteil am Holocaust nicht zu verdrängen und das Gedenken in den jeweiligen lokalen Kontext zu stellen.

In Kassel ist das Gedenken an die Opfer seit vielen Jahren gelebte Wirklichkeit - und dazu gibt es allen Grund: In den Jahren bis 1945 wurden schätzungsweise 1600 Kasseler Jüdinnen und Juden in Auschwitz, Sobibor, bei Riga und anderswo ermordet und fielen dem Nazi-Terror zum Opfer.

Veröffentlicht am:   15. 01. 2019  

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