Die Bewohnerinnen und Bewohner Kassels werden gerne in drei Kategorien aufgeteilt: Zum einen gibt es die Kasseler; zu dieser Gruppe gehören - unabhängig von ihrer Herkunft - alle nach Kassel zugezogenen Personen. Daneben gibt es die Kasselaner; sie sind in Kassel geboren. Höchster Respekt aber wird den Kasselänern zuteil, den Menschen, die mindestens in der zweiten Generation in Kassel geboren wurden.
"Kasselaner" und "Kasseläner" bleibt man zudem auf Lebenszeit, unabhängig vom tatsächlichen Wohnort.
Beim Neujahrsempfang 2006 schlug Oberbürgermeister Bertram Hilgen den anwesenden Gästen vor, zukünftig bei diesem Ereignis analog der Ehrendoktorwürde einer Universität eine zugereiste Person, die besonders großen Anteil am Wohlergehen Kassels hat, mit dem Ehrentitel "Kasseläner honoris causa" würdigen zu wollen.
Ein Vorschlag, der auf ein begeistertes Echo stieß und seit dem Neujahrsempfang 2007 umgesetzt wird.
Der Urkundentext beginnt mit einem Zitat aus dem Beitrag "Liebeserklärung an einen herben Menschenschlag" von Hubertus Meyer-Burckhardt, dem Vorsitzenden des Kassel-Beirats: "Der Kasseläner", so heißt es dort, "eignet sich nicht als Projektionsfläche für den Schwärmenden. Mit ihm reist man nicht zu den Sternen, mit ihm geht man durchs Leben."
Hier finden Sie - in umgekehrter Reihenfolge - die Menschen, die sich bereits mit den Titel "Kasselänerin / Kasseläner honoris causa" schmücken dürfen.
Auszug aus der Rede: "Dirk Schwarze ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der Kasseler Kulturszene. Beeindruckt von der 5. documenta von Harald Szeemann berichtete er von 1982 bis 2007 in der HNA über jede documenta und schrieb zwei Publikationen über die Geschichte und Meilensteine der documenta. [...]. Seine fundierte Kenntnis der Gegenwartskunst hat ihn zu einem anerkannten und gefragten Kunstkritiker der nationalen und internationalen Fachwelt werden lassen."
Auszug aus der Rede: "Liebe Christine Knüppel, Sie haben durch Ihr persönliches Vorbild und Ihr außergewöhnliches Engagement großen Anteil daran, dass in der Nordstadt der soziale Frieden zwischen den dort lebenden vielfältigen Kulturen bis zum heutigen Tag Bestand hat. Unsere Wertschätzung gilt dem ganzen Team im Schlachthof, und mit dem Titel soll auch der Beitrag der freien Kunst- und Kulturszene geehrt werden, der wir so unendlich viel zu verdanken haben."
Auszug aus der Rede: "Das Thema Erneuerbare Energien gibt mir Gelegenheit, zu einer Persönlichkeit überzuleiten, die stellvertretend für die neuen Chancen Kassels und der Region steht. (...) Lieber Herr Cramer, für Ihren unternehmerischen und technologischen Pioniergeist im Bereich der erneuerbaren Energien, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Kassel zu einer Plattform für die Energiefragen der Zukunft geworden ist, darf ich Sie heute mit dem Titel "Kasseläner honoris causa" auszeichnen."
Auszug aus der Rede: "Rolf Hocke hat sich in all den Jahren für die Förderung des Fußballsports in der Region und in Kassel eingesetzt, die Bemühungen um den Ausbau des Auestadions tatkräftig unterstützt und dafür gesorgt, dass hier hochkarätige Sportveranstaltungen stattfinden konnten. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass der WM-Pokal auf seiner Tour durch Deutschland als einzige hessische Station in Kassel zu sehen war, oder dass das Frauenfußball-Länderspiel gegen Wales nach Kassel vergeben wurde."
Auszug aus der Rede: "Es ist mir eine große Freude, heute einen Weltbürger (...) zu würdigen, der eine ganz intensive Beziehung zu Kassel und der Region entwickelt und der viele wichtige Projekte insbesondere im kulturellen Bereich ermöglicht hat. Ich spreche von Reinier Zwitserloot, dem Vorstandsvorsitzenden der Wintershall Holding AG. Durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Winterhall und das außerordentliche persönliche Engagement von Herrn Zwitserloot ist vieles erst ermöglicht worden."
Auszug aus der Rede: "Wenn es jemanden gibt, der uns in den vergangenen Jahren immer wieder die Augen für die Potenziale Kassels und Nordhessens geöffnet hat, und der die Institution, für die er an vorderster Stelle Verantwortung trägt, ganz gezielt darauf ausgerichtet hat, mit eigenen Impulsen die Regionalentwicklung voranzutreiben und den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen, dann ist das der Präsident unserer Universität, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep."