Carl Wilhelm Wippermann

Carl Wilhelm Wippermann, sitzend abgebildet.; © museumslandschaft hessen kassel (mhk) Carl Wilhelm Wippermann

Ein Leben voller Kämpfe

Kassels Bürgermeister Carl Wilhelm Wippermann wurde 1836 Ehrenbürger.

Kaum ein anderer Ehrenbürger der Stadt hat eine solch bewegte politische Geschichte, so viele Erfolge, gleichzeitig aber auch so viele Niederlagen und Rückschläge zu verdauen wie Carl Wilhelm Wippermann. Stadtsekretär, Obergerichtsanwalt, Ratsherr, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Staatsrat, Regierungsrat, Ministerialvorstand - Ämter bekleidete Wippermann Zeit seines Lebens in Hülle und Fülle.

Am 1. Dezember 1800 in Rinteln im Weserbergland zwischen Bielefeld und Hannover geboren, wurde er zunächst von Privatlehrern unterrichtet und nach Gründung des Gymnasiums von Rinteln als erster Schüler dort aufgenommen. Er studierte in Marburg und Göttingen Jura und wurde am 27. Dezember 1827 zum Referendar am Obergericht seiner Heimatstadt ernannt. In seinem Referendariatszeugnis wurden ihm Gründlichkeit, Präzision, Fleiß und Schnelligkeit bescheinigt - Eigenschaften, die ihn im Lauf seines Arbeitslebens auszeichnen sollten.

Mit 24 Jahren wurde er stimmführendes Mitglied des Oberen Gerichts, zwei Jahre darauf Stadtsekretär von Rinteln, 1831 schließlich Ratsherr der Stadt. Den Weg nach Kassel fand Wippermann durch seine Wahl zum Landtagsabgeordneten. Häufig in Kassel, wurde man dort schnell auf die Fähigkeiten des Juristen aufmerksam, und so bot ihm Oberbürgermeister Karl Schomburg das Amt eines Bürgermeisters an.

Nun begann die Zeit der Auseinandersetzungen mit dem kurhessischen Minister Ludwig Hassenpflug, der im Auftrag des hessischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. versuchte, die Verfassung außer Kraft zu setzen und die Rechte der Stände zu beschneiden. Diesem hatte es Wippermann zu verdanken, dass er vor Gericht darum kämpfen musste, seine Ämter zu behalten. Am 28. Juni 1836 von Karl Schomburg zum Ehrenbürger Kassels ernannt, ließ Wippermann sein Bürgermeisteramt ein Jahr ruhen und trat es am 13. Juli 1838 wieder an.

Es folgten Ämterenthebungen, Verleumdungen, Anklagen. Wippermann, immer auf die Verteidigung der Bürgerrechte bedacht, erkrankte Ende Dezember 1856 und starb überraschend am 23. März 1857. Carl Wippermann war zweimal verheiratet und hinterließ vier Söhne und drei Töchter. Sein ältester Sohn veröffentlichte nach dem Tod des Vaters eines seiner Manuskripte, das bis dahin umfassendste Werk über die Geschichte der mittleren Weser und des schaumburgischen Landes. Auch in der Allgemeinen Deutschen Biographie ist er mit Artikeln über Persönlichkeiten vertreten.

Ein Kooperationprojekt von Stadt Kassel und HNA
Text: Ralph-Michael Krum / HNA


 

Veröffentlicht am:   03. 08. 2016  

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