Ein Haus der Kulturen für alle zugewanderten Menschen in Kassel, ein Museumsbesuch als Abenteuer für Kinder unterschiedlichster sozialer und nationaler Herkunft, Straßenfußball, bunter Mädchenfußball oder stärkere Einbindung der Eltern bei der Sprachförderung ihrer Kindern, diese Ideen entstanden beim Workshop "Modellregionen Integration" im Kasseler Rathaus. Rund 90 Akteure aus den Bereichen Verwaltung, Politik, Schule, Migrantenorganisationen, Sport- und Wohlfahrtsverbände, Wirtschaft und Universität folgten der Einladung des Oberbürgermeisters.
Dem zweitägigen Integrationsworkshop war ein Vorbereitungsworkshop im Dezember 2009 voraus gegangen, bei dem folgende Themenschwerpunkte in der Integrationsarbeit der Stadt Kassel erörtert und festgelegt wurden: Bildung, Kultur-Interkultur, Sport.
"Hintergrund für diese Veranstaltungen ist, die Aufnahme der Stadt Kassel neben fünf weiteren Städten beziehungsweise Landkreisen in das Landesprogramm "Modellregionen Integration", erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. "Modellregionen Integration" sind die Städte Kassel, Offenbach, Wetzlar und Wiesbaden neben dem Hochtaunuskreis und dem Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit der Stadt Hanau.
Mit abgestimmten, innovativen Projekten sollen in Kassel modellhaft strukturelle Veränderungen initiiert und deren nachhaltige Wirkung überprüft werden. "Das bedeutet, nicht einfach einen bunten Strauß weiterer Projekte ins Leben zu rufen, sondern gemeinsam mit Akteuren aus Migrantenverbänden, dem Ausländerbeirat, der Universität, den Kirchen, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Sport- und Wohlfahrtsverbänden Ziele festzulegen, Maßnahmen einzuleiten und im Verlauf der Umsetzung regelmäßig zu überprüfen, ob die gesetzten Ziele auch die gewünschte Wirkung auslösen", so OB Hilgen. Zu den drei Themenschwerpunkten Bildung, Kultur-Interkultur und Sport bildeten sich insgesamt neun Arbeitsgruppen, die unter anderem Projektideen, wie zum Beispiel interkulturelle Schulentwicklung, kultursensible Elternarbeit oder kultursensible Beratung von Kindern und Jugendlichen entwickelten.
Die Hessische Landesregierung will mit dem neu entwickelten Programm Motor sein für die Entwicklung einer wegweisenden und erfolgreichen Integrationspolitik in Hessen. Mit den ausgewählten Städten und Landkreisen soll bis zum Jahr 2013 ein ganzheitliches Handlungskonzept ausgearbeitet werden, das beispielgebend auch für andere Kommunen sein kann. Ziel des Programms ist es, bestehende Anstrengungen zu vernetzen, gemeinsame Leitbilder zu erarbeiten und grundlegende Veränderungsbedarfe zu erkennen, um die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Integrationspolitik zu schaffen. Das Land begleitet das Programm intensiv in den verschiedenen Handlungsfeldern und richtet einen Lenkungskreis ein, mit dem Ziel, die Modellregionen auch untereinander zu vernetzen.
Den beteiligten Städten und Kreisen stellt das Land Hessen jährlich 1,45 Millionen Euro zur Verfügung und finanziert vor Ort die Stelle einer Programmkoordination.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ersten Tag des Workshops im Bürgersaal