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Unsere Ziele

Mit dem späten Wiederaufbau der Unterneustadt sind eine ganze Reihe komplexer städtebaulicher Ziele und Ansprüche verbunden gewesen.

Wenn sie im Folgenden kurz aufgezählt werden, um knapp in das Projekt einzuführen, entsteht zwangsläufig der Eindruck einer Hierarchisierung, den es so aber nicht gegeben hat. Vielmehr sind die Ziele alle eng miteinander verbunden und erst ihre Bündelung erklärt den Erfolg und die Anerkennung, die das Projekt über Jahre gefunden hat.

  • Nach der Zerstörung der gesamten Kasseler Innen- und Altstadt einschließlich der Unterneustadt am östlichen Fuldaufer sollte - auch als Reflex auf den nicht geglückten Wiederaufbau auf der westlichen Seite - die neue Unterneustadt mit Bezug auf die Geschichte als lebendiges, innenstadtnahes, gemischtes und dichtes Quartier wieder aufgebaut werden.
  • Die ganze Stadt sollte wieder mit ihrem Fluss in Beziehung gebracht, aufs Neue an den Fluss herangeführt werden. Erst die neue Fuldabrücke für Fußgänger und Radfahrer stellt die wichtige Verbindung Königsplatz/Unterneustädter Kirchplatz - über eine Reihe stadtgeschichtlich wichtiger Trittsteine - zwischen Alt- und Innenstadt einerseits und der Unterneustadt andererseits nach Jahrzehnten wieder her.
  • Anstelle eines städtebaulichen Wettbewerbs sollte - als Ergebnis einer intensiven Sitzungsserie mit einem eigens für die Erarbeitung der Wiederaufbaukonzeption gegründeten Fachbeirates - die neue Unterneustadt auf dem überlieferten Grundriss der historischen, alten Stadt wieder aufgebaut werden. Der Begriff hierfür ist die "Kritische Rekonstruktion".
  • Mit dem Um- und Rückbau der ehemals sechsspurigen Leipziger Straße sollte nicht nur die Trennwirkung der Straße minimiert, städtebauliches und urbanes Potential für Wohnen und Gewerbe zurück gewonnen, es sollte vor allem auch ein Beitrag zum wieder Zusammenwachsen der beiden Unterneustädter Quartiere - Hafen- und Blücherviertel - geleistet werden.
  • Mit der Gründung des "Forum Unterneustadt" war die Form der Einbeziehung der Bürger in das komplexe anspruchsvolle Projekt gefunden. Von Anfang an war durch die Arbeit dieses wichtigen Gremiums gewährleistet, dass die Kompetenz, der Sachverstand und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger dem Projekt zugute kommen konnten.
  • Herzstück der kritischen Rekonstruktion und ihrer konkreten Umsetzung bei diesem Projekt ist die Nutzungsmischung. Auf den, aus heutiger Sicht kleinen historischen Parzellen, sollten wieder sog. Stadtgründer mit ihren jeweils unterschiedlichen Interessenlagen siedeln; im Idealfall in den unteren Geschossen Arbeiten und darüber selbst Wohnen. Angestrebt war ein Nutzungsmix aus einem Drittel freifinanziertem Wohnungsbau, einem Drittel gefördertem Wohnungsbau und einem Drittel gewerblicher Nutzung. In Reinform konnte die Idee nicht umgesetzt werden, aber im Quartiersschnitt wurde der Drittelmix erreicht und die erhoffte Lebendigkeit und die städtische Atmosphäre im Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten ist prägend für die Unterneustadt.

 

Veröffentlicht am:   18. 10. 2011