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Presseerklärung zum Weltgesundheitstag 2011, der dieses Jahr unter dem Motto steht „DART - Gemeinsam Antibiotikaresistenzen verhüten und bekämpfen“ Vorlesen

"Antibiotikaresistenzen bereiten große Probleme"

Durch Missbrauch und fehlerhafte Anwendung von Antibiotika entstehen immer mehr Bakterien, bei denen Antibiotika nicht mehr helfen. Die Fähigkeit krankmachender Mikroorganismen, Antibiotika auszutricksen, nennt man Antibiotikaresistenz. Verantwortlich hierfür ist zum einen der gewissenlose Umgang mit Antibiotika in der Massentierhaltung, die allein 50 % der weltweiten Antibiotikaproduktion missbräuchlich, zum Teil als Wachstumsbeschleuniger bei den Tieren verwendet. Zum anderen werden bei Mensch und Tier häufig Antibiotika zu Heilungszwecken ungenau, ungezielt und falsch dosiert verwendet.

Das Problem ist so groß, dass die Weltgesundheitsorganisation den Weltgesundheitstag 2011 mit dem Motto versehen hat: "Gemeinsam Antibiotikaresistenzen verhüten und bekämpfen". Hierfür wurde in Deutschland "DART" entwickelt, was ausnahmsweise nichts mit Wurfpfeilen zu tun hat, sondern eine Abkürzung ist für "Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie". Ziel dieser Strategie ist, in Abstimmung der Bundesministerien für Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Bildung und Forschung Maßnahmen zu entwickeln, die die Bildung von Antibiotikaresistenzen verhüten bzw. deren Erkennung und Bekämpfung möglich machen sollen.

"Dies geht nur gemeinsam in Zusammenarbeit der Verantwortlichen in Gesundheitswesen, Tierhaltung und Veterinärmedizin sowie der Lebensmittelwirtschaft." betont Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel. "Bund und Länder sind hier gefordert, die entsprechende Rahmengesetzgebung zu bestimmen, auf der dann die Arbeit der regionalen Gesundheitsämter und Veterinärbehörden aufbauen kann.", so die Amtsleiterin. Sie stuft das Problem der Antibiotikaresistenzen als sehr ernst ein, gerade auch, weil die forschende pharmazeutische Industrie in der Entwicklung neuer Antibiotika sehr zurückhaltend sei und von daher auf absehbare Zeit nicht mit Neuproduktionen zu rechnen sei, die das Problem lösten. "Es muss wieder in die Köpfe hinein, dass Medizin nicht nur aus Erkennung und Behandlung besteht, sondern dass die Verhütung mindestens gleichberechtigte dritte Säule der Medizin ist." so Dr. Karin Müller abschließend.



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