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Häusliche Gewalt Vorlesen

Im Dezember 2002 wurde das Aktionsbündnis gegen häusliche Gewalt Nordhessen unter der Schirmherrschaft der Regierungspräsidentin Uta Scheibelhuber gegründet. Ziel ist in erster Linie der Schutz der Opfer unter weitergefasst die Gewaltprävention. Es muss deutlich werden, dass häusliche Gewalt keine Privatsache ist. Im regionalen Ansatz sollen Intervention, Hilfe, Schutz, Sanktionen und Präventionen sinnvoll ineinander greifen. Damit kann häusliche Gewalt und die damit verbundenen Risiken durch Vorbeugung, Beratung, Hilfestellung und Sanktionen nachhaltig minimiert werden.

Im Aktionsbündnis haben sich Fachleute aus ganz Nord- und Osthessen zusammengefunden, die Beratung und Hilfestellung für die Opfer von Gewalt in verschiedenen Bereichen bieten. Neben den Vertretern und Vertreterinnen der Hilfesysteme sind Fachkräfte der Intervention und Strafverfolgung, von Jugendämtern über Polizei bis zur Staatsanwaltschaft und Richtern im Bündnis vertreten. Weiterhin arbeiten Frauenbeauftragte, Angehörige des Gesundheitsbereiches wie niedergelassene Ärzte und Ärztinnen und aus dem klinischen Bereich wie aus den Gesundheitsämtern mit Angehörigen aus dem Bereich der Migranten- und Migrantinnenbetreuung im Aktionsbündnis zusammen.

Über 5000 polizeilich registrierte Straftaten häuslicher Gewalt mit 20 Todesfällen im Jahr 2003 in Hessen verlangen dringend die Endtabuisierung des Themas. Es ist davon auszugehen, dass nach wie vor viele Straftaten häuslicher Gewalt im Schutz der vermeintlich familiären Privatsphäre nicht angezeigt werden.

Über 90 % der Opfer sind Frauen und über 90 % der Tatverdächtigen sind Männer. 12 % der Opfer und 31 % der Tatverdächtigen standen beim Einschreiten der Polizei und Alkoholeinfluss. Drogeneinfluss wurde bei 0,4 % der Opfer und 1,2 % der Tatverdächtigen festgestellt. Bei 51 % der Polizeieinsätze lebten Minderjährige in der gewaltbesetzten Familie. Gemäß der polizeiinternen Dienstanweisung wird in letztgenannten Fällen immer das zuständige Jugendamt informiert.

Jede 4. Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren, die in einer Partnerschaft gelebt hat, hat körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch den Beziehungspartner ein- oder mehrmals erlebt (Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im September 2004). "Der Aktionsplan des Landes Hessen zur Bekämpfung der Gewalt im häuslichen Bereich" hat zur Bewusstwerdung des Problems beigetragen und unterstreicht die Notwendigkeit von Netzwerken der Hilfe wie es jetzt in Nordhessen existiert. Mit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes (GewSchG) im Jahr 2002 erhalten Opfer mehr Schutz und Sicherheit. Mit konsequentem polizeilichen Einschreiten gegen häusliche Gewalt in Verbindung mit schneller sozialer Hilfe für Frauen und Männer besteht die Chance den Gewaltkreislauf zu unterbrechen.

Wenn Sie Hilfe brauchen wenden Sie sich an den Verein "Frauen informieren Frauen" Tel.: 0561 / 893136 oder suchen Sie schnelle Unterstützung unter der Nummer: 0561 / 898889.

Gesundheitsamt Region Kassel | Wilhelmshöher Allee 19 -21 | 34117 Kassel | Telefon: 0561 / 1003-1920 | E-Mail: gesundheitsamt@stadt-kassel.de