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Das Zuchthaus brennt! Vorlesen

Aus den Erinnerungen eines alten Kasselaners.

Der Turmwächter der Martinskriche bläst.

Mittagsstille liegt über den Straßen. 1 Uhr. Wir Jungen stehen an der Husarenstraße am Garde-du-Corpsplatz. Plötzlich ertönt das Feuerhorn: der Turmwächter auf der Martinskirche gibt durch die Turmglocke das Feuersignal, die Nachtwächter geben in jedem Stadtteil die Alarmsignale weiter. Also dem Signal nach. Da eilt der Ruf durch die Straßen "das Zuchthaus brennt!" (Das heutige Karlshospital). Und schon tönen sechs hintereinanderfolgende Töne "Großfeuer". Jetzt kommt Bewegung in die Straßen. Nun war es auch für mich kein Halten mehr. Mit Schulfreunden rennen wir los. Die Nachmittagsschule wird geschwänzt (dafür gab es den anderen Tag allerdigs Arrest!)

Der Silberdieb legt Feuer.

Der Dachstuhl des Zuchthauses steht in Flammen, als wir eintreffen. Das obere Stockwerk besteht aus schweren Holzbalken. Hier waren die Arbeitsräume. Hier hatte der 23 jährige Krüger, genannt der Silberdieb, der eine zwölfjährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte, die Petroleumskanne aus Hobelspäne und an dem brennenden Ofen ausgegossen. Auch die an der Decke hängenden Lampen platzten. Sofort stürzten sich die anderen Gefangenen auf den Brandstifter und nahmen ihn fest. Die Feuerwehr hatte einen schweren Stand in den engen Gassen. Überall schlagen die Flammen heraus. Die angrenzenden Gebäude sind bedroht. Im Zuchthaus ist alles eine feurige Glut. Für die Beamten eine schwierige Aufgabe, die 140 Sträfling abzuführen.

Die Rettungstat des Bildhauer Brandt

Militär und Schutzleute treffen ein. Für uns Jungen ein schauriger Anblick, als die Gefangenen von Infanterie mit aufgepflanztem Seitengewehr und Husaren und Artillerie mit gezogenem Degen nach der Reitbahn gebracht wurden. Es war kalt, die Fulda hatte Eis, die Gefangenen hatten notdürftig Bettücher umgeschlagen. Die Feuerwehr bekämpfte von den benachbarten Häusern von hohen Steigleitern den gewaltigen Brand. Plötzlich hörte der Hauptmann der 4. Kompanie der Pflichtfeuerwehr, Bildhauer Brandt, Klopfen im oberen Stockwerk. Hier waren vier Sträflinge vom Feuer abgeschnitten. Die Flammen hatten das Gebälk vollständig ergriffen. Unter Einsatz des eigenen Lebens schlägt Brandt mit dem Beil gegen die Wand. Die durchbrach und vier Menschen sind gerettet. Wenig später stürzt der Dachstuhl zusammen. Zwei Gefangene müssen ihr Leben lassen. Noch am Abend züngeln die Flammen überall hervor. Der untere Teil des Gebäudes , das von Landgraf Karl 1720 bis 1721 als Straf und Besserungsanstalt erbaut ist, blieb stehen. Die Gefangenen werden am Abend nach Wehleiden und Ziegenhain überführt. Die Feuerwehr stellt noch tagelang eine Brandwache. Das Gebäude wurde dann aufgebaut.

Aus den Erinnerungen eines alten Kasselaners.

Der Turmwächter der Martinskriche bläst.

Mittagsstille liegt über den Straßen. 1 Uhr. Wir Jungen stehen an der Husarenstraße am Garde-du-Corpsplatz. Plötzlich ertönt das Feuerhorn: der Turmwächter auf der Martinskirche gibt durch die Turmglocke das Feuersignal, die Nachtwächter geben in jedem Stadtteil die Alarmsignale weiter. Also dem Signal nach. Da eilt der Ruf durch die Straßen "das Zuchthaus brennt!" (Das heutige Karlshospital). Und schon tönen sechs hintereinanderfolgende Töne "Großfeuer". Jetzt kommt Bewegung in die Straßen. Nun war es auch für mich kein Halten mehr. Mit Schulfreunden rennen wir los. Die Nachmittagsschule wird geschwänzt (dafür gab es den anderen Tag allerdigs Arrest!)

Der Silberdieb legt Feuer.

Der Dachstuhl des Zuchthauses steht in Flammen, als wir eintreffen. Das obere Stockwerk besteht aus schweren Holzbalken. Hier waren die Arbeitsräume. Hier hatte der 23 jährige Krüger, genannt der Silberdieb, der eine zwölfjährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte, die Petroleumskanne aus Hobelspäne und an dem brennenden Ofen ausgegossen. Auch die an der Decke hängenden Lampen platzten. Sofort stürzten sich die anderen Gefangenen auf den Brandstifter und nahmen ihn fest. Die Feuerwehr hatte einen schweren Stand in den engen Gassen. Überall schlagen die Flammen heraus. Die angrenzenden Gebäude sind bedroht. Im Zuchthaus ist alles eine feurige Glut. Für die Beamten eine schwierige Aufgabe, die 140 Sträfling abzuführen.

Die Rettungstat des Bildhauer Brandt

Militär und Schutzleute treffen ein. Für uns Jungen ein schauriger Anblick, als die Gefangenen von Infanterie mit aufgepflanztem Seitengewehr und Husaren und Artillerie mit gezogenem Degen nach der Reitbahn gebracht wurden. Es war kalt, die Fulda hatte Eis, die Gefangenen hatten notdürftig Bettücher umgeschlagen. Die Feuerwehr bekämpfte von den benachbarten Häusern von hohen Steigleitern den gewaltigen Brand. Plötzlich hörte der Hauptmann der 4. Kompanie der Pflichtfeuerwehr, Bildhauer Brandt, Klopfen im oberen Stockwerk. Hier waren vier Sträflinge vom Feuer abgeschnitten. Die Flammen hatten das Gebälk vollständig ergriffen. Unter Einsatz des eigenen Lebens schlägt Brandt mit dem Beil gegen die Wand. Die durchbrach und vier Menschen sind gerettet. Wenig später stürzt der Dachstuhl zusammen. Zwei Gefangene müssen ihr Leben lassen. Noch am Abend züngeln die Flammen überall hervor. Der untere Teil des Gebäudes , das von Landgraf Karl 1720 bis 1721 als Straf und Besserungsanstalt erbaut ist, blieb stehen. Die Gefangenen werden am Abend nach Wehleiden und Ziegenhain überführt. Die Feuerwehr stellt noch tagelang eine Brandwache. Das Gebäude wurde dann aufgebaut.


 


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