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Modellregion Integration Vorlesen

"Dies ist eine große Anerkennung für unsere erfolgreiche Kasseler Integrationsarbeit", so reagierte Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf die Anfang Oktober 2009 gefallene Entscheidung des Hessischen Ministers für Justiz, Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, dass die Stadt Kassel zu den ausgewählten sechs hessischen "Modellregionen Integration" gehört. Insgesamt 17 Landkreise und kreisfreie Städte hatten sich an der Ausschreibung des Wettbewerbs der Landesregierung beteiligt.

Die von der Landesregierung mit dem Projekt verfolgten Ziele seien in Kassel bereits heute praktische Alltagsarbeit, erklärte OB Hilgen weiter. Seit nunmehr 28 Jahren besitze Kassel als erste Stadt Hessens einen Ausländerbeirat, dessen Meinung stets geschätzt sei. Als Oberbürgermeister sei er stolz, dass bei allen Problemen - die es immer wieder gäbe und über die man ausdrücklich nicht hinwegsehen dürfe, sondern offen ansprechen müsse -, das Zusammenleben in der Stadt weitgehend unkompliziert verlaufe, so Hilgen weiter.

Das oberste Ziel des Stadtfriedens in Kassel verfolge daher auch die Gründung des Runden Tischs der Religionen am 2. Oktober. Die Religions- und Glaubensgemeinschaftsvertretungen hätten bereits auf ihrer ersten Sitzung die Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. Die Fortsetzung des interreligiösen Dialogs werde ein wichtiger Teil der Umsetzung zur Modellregion Integration sein.

Ein weiterer elementarer Bereich, der Kassel als Modellkommune heraushebe, sei die intensive Sprachförderung in den Kindertagesstätten. Ab dem 3. Lebensjahr werde dort mit allen Kindern ein Sprachtraining in die Arbeit integriert. Alle Erzieherinnen und Erzieher seien geschult und arbeiten regelmäßig und durchgehend mit allen Kasseler Kindern an ihrer Sprachkompetenz. Diese frühzeitige spielerische Schulung solle die Sprachkompetenz nachhaltig verbessern und damit auch eine bessere Grundlage für den weiteren Bildungsweg darstellen, sagte der Kasseler OB.

Auch die Stadtverwaltung hätte sich um die interkulturelle Arbeit verdient gemacht. So sei seit 2008 eine Stelle einer Integrationsbeauftragten eingerichtet und seit einigen Jahren werde für städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Fortbildung in interkultureller Kompetenz angeboten. Diese Schulungen sollen in den nächsten Jahren in Kooperation mit dem Jugendhilfeträger JAFKA für alle städtischen Bereiche flächendeckend umgesetzt werden.

Mit Hilfe der Förderung als Modellregion Integration könne man die begonnenen Projekte weiter vorantreiben und neue beginnen, erklärte Hilgen. Ab Januar 2010 werde das Land Hessen eine Projektkoordination für den gesamten Projektzeitraum zur Verfügung stellen. Auch Migrantinnen und Migranten sollen mit in die weitere Arbeit einbezogen werden. Dass dies gelinge, davon ist der Oberbürgermeister abschließend überzeugt: "Bereits der erste Kasseler Integrationsgipfel im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aktiv mitgewirkt haben und weiter mitarbeiten wollen."