"Vitale Innenstadt": Kassel punktet in bundesweiter Untersuchung

Szene am Opernplatz; © Stadt Kassel; Foto Stephan Kaiser
Bei der Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel - wie hier in der Oberen Königsstraße - erreicht die Kasseler City einen Spitzenwert in der Kundenbefragung "Vitale Innenstädte".

Insbesondere bei der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiß die Kasseler Innenstadt zu überzeugen. Das ist eines der Ergebnisse aus der Kundenbefragung „Vitale Innenstädte 2016“, die im Herbst in 121 Städten und Regionen Deutschlands stattfand.  „Die guten Bewertungen bei der Erreichbarkeit und dem Einzelhandelsangebot der Innenstadt zeigen, dass Kassel in seiner Funktion als Oberzentrum gut aufgestellt ist“, betonte Stadtbaurat Christof Nolda. „Mit der Modernisierung der Königsstraße haben wir ein wichtiges Projekt begonnen, das die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone deutlich verbessern wird.“ 

Die befragten Passanten vergaben für Kassel im Bereich „Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln“ die Note 1,7 sowie bei der „Erreichbarkeit mit dem Pkw“ die Note 2,5. Positiv erscheinen den Befragten außerdem die „Ladenöffnungszeiten“ (2,2), das „Freizeitangebot“ (2,3), das „Dienstleistungsangebot“ (2,4), das „Gastronomieangebot“ (2,5) sowie „Sehenswürdigkeiten“ (2,6) in der Kasseler Innenstadt. „Gerade die Innenstadt, im Tourismuskonzept als „Erlebnisraum City“ benannt, mit den Themenfeldern „Shopping, Gastronomie, Kultur und Wissenschaft“ sind die weichen Wohlfühlfaktoren, die auch für Touristen sehr wichtig sind und eine emotionale Bereitschaft erzeugen, erneut einen Aufenthalt in Kassel zu buchen oder als Tagestourist diese Stadt zu besuchen“, so Andreas Bilo, Geschäftsführer der Kassel Marketing GmbH.

Auch das Einzelhandelsangebot schneidet gut ab und wurde insgesamt mit der Note 2,5 bewertet. Beste Noten erzielten dabei die Warenbereiche „Körperpflege, Kosmetik, Drogeriewaren“ (1,8), „Telekommunikation, Smartphone, Handy, Internet, Festnetz“ (2,1), „Optiker“ (2,2), „Bekleidung“ (2,3), „Lebensmittel“ (2,3), „Schuhe/Lederwaren“ (2,4) und „Uhren/Schmuck“ (2,4). Dies zeigt, dass das Oberzentrum Kassel insbesondere in den Kernsortimenten gut aufgestellt ist und die Stadtentwicklungspolitik, die Stärkung der Zentren, positive Früchte trägt, sagt Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hessen Nord e.V.

Verbesserungspotenzial sehen die befragten Besucher hingegen in den Bereichen „Plätze, Wege, Grünflächen“ (2,8), Sicherheit (2,8), Sauberkeit (3,0), „allgemeines Ambiente“ (3,1), „Gebäude“ (3,3), „Ausstattung in der Innenstadt“ (3,3) sowie bei den Parkmöglichkeiten (3,3), die allesamt nur befriedigend bewertet wurden.

Konkurrenz durch das  Internet: Mehr als ein Viertel kauft verstärkt online ein

Hinsichtlich des Einkaufsverhaltens zeigt sich, dass der Onlineeinkauf gegenüber der Befragung von vor zwei Jahren erheblich zugenommen hat. 26,6 Prozent der Befragten gaben an, verstärkt online einzukaufen und die Innenstadt daher seltener zu besuchen (2014: 21,5 Prozent). Eine weitere Steigerung ist vor allem bei Kunden festzustellen, die online einkaufen, aber die Stadt unverändert häufig zum Einkauf besuchen. Der Wert erhöhte sich von 26,7 Prozent im Jahr 2014 auf 47,8 Prozent im Jahr 2016. Damit geben nur noch 25,7 Prozent an, überhaupt nicht online einzukaufen (2014: 51,8 Prozent), was den deutschlandweiten Trend bestätigt.

„Der stationäre Handel muss reagieren, um den Anschluss an fortlaufende Digitalisierungstrends und ein verändertes Konsumentenverhalten nicht zu verpassen. Der E-Commerce wird auch zukünftig weiter wachsen. Daher müssen Stadtzentren und die Unternehmen sich attraktiv machen für die Kunden. Der stationäre Handel wird auch zukünftig von großer Bedeutung sein, allerdings ändern sich die Anforderungen, die an diesen herangetragen werden“, sagt Carsten Heustock, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter für Standortpolitik und Unternehmensförderung bei der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg.


Befragung will Planungsgrundlage für standortspezifische Maßnahmen liefern

 Die Untersuchung „Vitale Innenstädte" des IFH Köln fand 2016 zum zweiten Mal statt.  Wie sieht die Zukunft der deutschen Innenstädte aus und was wünschen sich Innenstadtbesucher von ihren Stadtzentren, das herauszufinden, stand dabei im Mittelpunkt.  Die Datenerhebung erfolgte an zwei ausgewählten Tagenim September 2016 anhand eines einheitlichen Fragebogens. Insgesamt sind so mehr als 58.000 Interviews zusammengekommen.  

Ziel ist es, den Partnern in Handel und Verwaltung dringend benötigte Informationen über die Positionierung ihrer Stadt aus Sicht der Besucher als Planungsgrundlage für standortspezifische Maßnahmen zu liefern. Die Untersuchung stellt sowohl allgemeine Ergebnisse zur Attraktivität von Innenstädten und die Ansprüche der Innenstadtbesucher an die Stadtzentren der Zukunft als auch spezifische Erkenntnisse zu einzelnen deutschen Städten aller Größen und Regionen zur Verfügung.

Partner der Untersuchung sind die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e. V. (bcsd), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Handelsverband Deutschland (HDE). Initiatoren der Befragungen in Kassel waren die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, das Citymanagement der Stadt Kassel sowie der Einzelhandelsverband Hessen-Nord e.V.

Veröffentlicht am:   31. 01. 2017  


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