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Erster Vogelgrippefall in der Stadt Kassel (8. März 2017)

Die Vogelgrippe hat nun auch die Stadt Kassel erreicht: Bei einem Graureiher, der tot in der Fulda im Bereich der Weserstraße gefunden worden war, hat sich der Verdacht auf das Vogelgrippe-Virus bestätigt. Der derzeit grassierende Erreger H5N8 wurde nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat als nationales Referenzlabor am 8. März einen entsprechenden Vorbefund des Hessischen Landeslabors (LHL) bestätigt. 

Gänse; © Stadt Kassel; Foto: Wackerbarth

Weiterhin Stallpflicht für alle Geflügelbestände
in Stadt und Landkreis Kassel

Die derzeitigen Nachweise des Vogelgrippe-Virus, bestehende besondere Risikogebiete sowie die hohe Geflügeldichte im Landkreis Kassel – von der die Stadt Kassel aufgrund ihrer Lage mitten im Landkreis ebenfalls betroffen ist - sind mit ein Anlass, grundsätzlich an der Stallpflicht für Geflügel in Stadt und Landkreis Kassel festzuhalten. 

Derzeit gehen wieder vermehrt Meldungen über tot aufgefundene Wildvögel ein. Der aktuelle Fundort gehört zum Risikogebiet der Stadt Kassel. Insbesondere die Fuldaaue spielt als Rast- und Sammelplatz für Zug- bzw. Wasservögel eine zentrale Rolle hinsichtlich einer möglichen Übertragung des Vogelgrippe-Erregers. Ende Februar war bereits bei einem in der Fulda bei Staufenberg tot aufgefundenen Graureiher das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden. Zuvor waren in Nordhessen ein toter Schwan am Werratalsee im Werra-Meißner-Kreis sowie ein toter Bussard in Fuldabrück im Landkreis Kassel positiv auf H5N8 getestet worden. Der Erreger ist hochansteckend, weshalb auch die Gefahr besteht, dass er in Geflügel- oder andere Vogelbestände eingeschleppt wird. Eine Gefahr für Menschen besteht nach derzeitigem Wissenstands nicht. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sind bislang weltweit keine Infektionen des Menschen mit H5N8-Viren bekannt geworden. 

Im näheren Umkreis des aktuellen Fundortes des toten Graureihers, der sowohl die Stadt Kassel als auch einen Teilbereich von Sandershausen und Ihringshausen (beides Gemeinden im Landkreis Kassel) betrifft, befinden sich keine gewerblichen Wirtschaftsgeflügelhaltungen. Meist handelt es sich dort um Hobby- oder kleine Geflügelhaltungen. Diese werden   von den Amtstierärzten von Stadt und Landkreis aufgesucht. Diese überprüfen, ob die Biosicherheitsmaßnahmen, wie beispielsweise Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen und eine Zutrittsbeschränkung eingehalten werden. Denn diese Sicherheitsmaßnahmen gelten auch für Kleinst- bzw. Hobbyhaltungen.

Mit der "Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen" wird vorgeschrieben:

  • das Führen eines Bestandsregisters
  • Sicherung der Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren,
  • Sicherstellung, dass die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- und Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen,
  • Schutzkleidung muss nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt werden,
  • betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

 

Grundsätzlich gilt: Halter von Geflügel müssen dies beim Veterinäramt anzeigen
Das Amt für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit der Stadt Kassel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Halter von Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Rebhühnern, Tauben, Truthühnern, Wachteln oder Laufvögeln verpflichtet sind, dies dem mitzuteilen. Hierbei handelt es sich um eine grundsätzliche Verpflichtung, die unabhängig vom aktuellen Vogelgrippe-Geschehen besteht und alle Geflügelhalter betrifft, also nicht nur diejenigen im Risikogebiet der Stadt Kassel.

Halter, die dieser Verpflichtung noch nicht nachgekommen sind, werden aufgefordert, dies nachzuholen. Erforderlich sind der Name des Halters, seine Anschrift und die Anzahl der im Jahresdurchschnitt voraussichtlich gehaltenen Tiere, ihre Nutzungsart und ihr Standort.

Tote Wild-Vögel melden
Wer einen toten Wildvogel - insbesondere Wasservögel - findet, sollte dies je nach Fundort bei der Stadt bzw. dem Landkreis Kassel melden. Vogelkadaver sollten schon allein aus allgemeinen hygienischen Gründen nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Hunde sollten von Tierkörpern möglichst ferngehalten werden.

Merkblätter und nähere Informationen zum Thema

Kontakt Stadt Kassel

Institution: Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit
Telefon: 0561 787 33 36
E-Mail: veterinaer@kassel.de
Anschrift: Kurt-Schumacher-Straße 31
34117 Kassel
ÖPNV: Fahrplanauskunft
Stadtplan: Lage im Stadtplan

Kontakt Landkreis Kassel

Institution: Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Telefon: 05692 987 3306
E-Mail: veterinaeramt@landkreiskassel.de


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