Button: Drucken Seite drucken


Erneuter Vogelgrippefall in Kassel – Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einhalten

Zudem ist in der Stadt Kassel erneut ein Fall von Vogelgrippe bei einem Wildvogel aufgetreten: Bei einem Bussard, der tot im Stadtteil Wolfsanger aufgefunden wurde, hat sich der Verdacht auf das Vogelgrippe-Virus bestätigt. Der derzeit grassierende Erreger H5N8 wurde nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat als nationales Referenzlabor heute einen entsprechenden Vorbefund des Hessischen Landeslabors (LHL) bestätigt. Damit gibt es seit Ausbruch des Vogelgrippegeschehens in Hessen nun 64 bestätigte Fälle des aktuellen Erregers, darunter 63 Wildvögel und ein Pelikan aus dem Opel-Zoo.

 

Die Stallpflicht für Geflügelbestände in der Stadt Kassel wurde mit Wirkung vom 25. März vom Amt für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit der Stadt Kassel per Allgemeinverfügung weitgehend aufgehoben. Weiterhin bestehen bleibt die Stallpflicht jedoch in dem definierten Risikogebiet der fuldanahen Bereiche. Dieses Gebiet spielt als Rast- und Sammelplatz für Zugvögel und wild lebende Wasservögel eine zentrale Rolle und stellt somit ein besonderes Risiko für die Verbreitung des Geflügelpest-Virus H5N8 dar.

Karte, auf der das Risikogebiet schraffiert ist; © Stadt Kassel; Foto: Wackerbarth Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken.

Die Vogelgrippegefahr ist noch nicht vollständig gebannt

Der erneute Fall macht deutlich, dass die Vogelgrippegefahr noch nicht vollständig gebannt ist und weiterhin die konsequente Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen notwendig ist; hierzu gehören insbesondere Reinigungs-und Desinfektionsmaßnahmen, Zutrittsbeschränkungen, wildvogelgeschützte Fütterung und entsprechende Futter-/ Einstreulagerung sowie das Verbot der Tränkung mit Oberflächenwasser. Geflügelhalter sind daher nach wie vor zur größten Sorgfalt bei der Umsetzung solcher Hygienemaßnahmen – die auch für Kleinst- bzw. Hobbyhaltungen gelten – aufgerufen. Geflügelhaltungen im näheren Umkreis um den Fundort des toten Bussards werden amtstierärztlich hinsichtlich der Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen überprüft.

Im näheren Umkreis um den Fundort des toten Bussards finden sich nur kleinere Geflügelhaltungen und Hobbyhaltungen. Eine erneute Reglementierung von Geflügelhaltungen im Umkreis des Fundortes im Sinne einer erneuten Stallpflicht ist nach dem Ergebnis einer aktuellen Risikoeinschätzung grundsätzlich jedoch nicht erforderlich.

Der überwiegende Teil der Geflügelhalter hat von Beginn an, also seit Mitte November 2016 ein hohes Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf die Vermeidung einer Viruseinschleppung in die Geflügelbestände gezeigt. Gerade die vergangenen Monate sind für Halter und Tiere nicht leicht gewesen. Für die Geduld und das Verständnis der Geflügelhalter bedankt sich das Amt für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit der Stadt Kassel. 


Weiterhin gelten folgende Ver- und Gebote

Ausstellungen, Börsen und Märkte, auf denen Geflügel gehandelt oder zur Schau gestellt wird, sind im Risikogebiet weiterhin verboten. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, Geflügel aus dem Risikogebiet zur Teilnahme an Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen Veranstaltungen zu bringen. Außerhalb des definierten Risikogebietes können lokale Geflügelausstellungen wieder stattfinden, allerdings nur in geschlossenen Räumen. Überregionale Geflügelbörsen, -märkte und Ausstellungen mit Geflügel sind in der gesamten Stadt weiterhin verboten. Auch darf Geflügel nicht zu solchen überregionalen Veranstaltungen gebracht werden. Börsen, Märkte und Ausstellungen mit Tauben und Vögeln anderer Arten sind hingegen möglich, im Risikogebiet jedoch nur in geschlossenen Räumen.

 

Die Biosicherheitsmaßnahmen sind weiterhin notwendig, denn sie bieten den besten Schutz vor einer Einschleppung der Geflügelpest in Bestände mit gehaltenen Vögeln. Alle Geflügelhalter sind daher nach wie vor zur größten Sorgfalt bei den Hygienemaßnahmen aufgerufen.

 

Tote Wild-Vögel melden
Wer einen toten Wildvogel - insbesondere Wasservögel - findet, sollte dies je nach Fundort bei der Stadt bzw. dem Landkreis Kassel melden. Vogelkadaver sollten schon allein aus allgemeinen hygienischen Gründen nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Hunde sollten von Tierkörpern möglichst ferngehalten werden.

Merkblätter und nähere Informationen zum Thema

Kontakt Stadt Kassel

Institution: Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit
Telefon: 0561 787 33 36
E-Mail: veterinaer@kassel.de
Anschrift: Kurt-Schumacher-Straße 31
34117 Kassel
ÖPNV: Fahrplanauskunft
Stadtplan: Lage im Stadtplan

Kontakt Landkreis Kassel

Institution: Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Telefon: 05692 987 3306
E-Mail: veterinaeramt@landkreiskassel.de


Seite schließen