Jahresempfang 2016 der Stadt Kassel

Blick von oben in der Stadtverordnetensaal im Kasseler Rathaus; © Stadt Kassel; Foto: Soremski
„Das Netz der Solidarität in der Stadt ist dicht geknüpft und die Bereitschaft mitanzupacken beeindruckend“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen während seiner Rede beim Jahresempfang der Stadt Kassel.


„Dichtes Netz der Solidarität in Kassel“

In Kassel gibt es eine große Solidarität und Bereitschaft, den zu uns geflüchteten Menschen zu helfen, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen beim Jahresempfang 2016 der Stadt Kassel. Und mit Blick auf die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht sagte Hilgen, dass sich jeder an die Gesetze halten müsse. In diesem Zusammenhang sei ein starker Staat gefordert und nicht zweifelhafte Bürgerwehren. Ein dichtes Netz gebe es in Kassel aber nicht nur bei der Flüchtlingshilfe, sondern auch im Bereich Kinder- und Jugendförderung. Hilgen: „Kassel ist eine Stadt, in der Kinder und Jugendliche gut aufwachsen können und die ihnen Chancen und Perspektiven bietet.“ Dazu trage auch die dynamische wirtschaftliche Entwicklung Kassels bei. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt bei der Gewerbesteuer voraussichtlich 20 Millionen Euro mehr ein, als zum Jahresbeginn 2015 erwartet.


Jahresfilm der Stadt Kassel




Respekt und Anerkennung

Den Jahresempfang 2016 der Stadt Kassel nutze Oberbürgermeister Bertram Hilgen, um sich bei allen in der Flüchtlingshilfe engagierten Freiwilligen, Ämtern, Behörden und Verbänden zu bedanken. "Das Netz der Solidarität in der Stadt ist dicht geknüpft und die Bereitschaft mitanzupacken beeindruckend", sagte Hilgen. Die Stadt habe von Anfang an auf Transparenz Wert gelegt und die Öffentlichkeit umfassend informiert. Mit dieser Linie sei die Stadt gut gefahren und habe dafür Respekt und Anerkennung gefunden.

Hilgen warnte davor, die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln zu instrumentalisieren. So wie Brandanschläge auf Flüchtlingswohnheime nicht für Deutschland stünden, so   sollten nicht alle Flüchtlinge unter Generalverdacht gestellt werden, weil einige von ihnen Straftaten begehen würden. Zu den Übergriffen auf Frauen sagte Hilgen: "Wenn eine Frau im Büro, in einem Bierzelt oder auf einem Bahnhofsplatz Nein sagt, heißt das nein!" Wer das nicht akzeptiere, dem müssten die Grenzen aufgezeigt werden, damit alle anderen in Ruhe und Frieden miteinander leben könnten. Dies sei unverzichtbar, damit das Zusammenleben und die Integration gelinge und der soziale Friede gewahrt bleibe. 
 


Wir brauchen einen starken Staat

Deutlich wandte sich Kassels Oberbürgermeister gegen Initiativen, Bürgerwehren zu gründen: "Wer das Gewaltmonopol des Staates unterläuft, legt die Axt an die Wurzeln der Demokratie und des Rechtstaats. Wir brauchen keine Bürgerwehren mit zweifelhafter Gesinnung, sondern einen starken Staat und ausreichend Polizeikräfte!"

Oberbürgermeister Bertram Hilgen hält Rede; © Stadt Kassel; Foto: Michael Oberbürgermeister Bertram Hilgen

Kassel ist eine Stadt der Jugend

In den Mittelunkt seiner Rede stellte Hilgen die Situation der Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Er würdigte die vorbildliche Kinder- und Jugendbeteiligung. Hilgen: "In Kassel ist eine Beteiligungskultur entstanden, die diesen Namen wirklich verdient." Als Beispiele nannte er die Teilhabe an kommunalen Planungen wie dem Stadtentwicklungskonzept für den Kasseler Osten und dem Verkehrsentwicklungsplan 2030. Der Oberbürgermeister würdigte zudem die Qualität offener Freizeit- und Bildungsangebote der Kasseler Kinder- und Jugendförderung. Für das gute Miteinander in der Stadt seien auch die Sportvereine oder die Jugendfeuerwehren unverzichtbar.

Zu den Vorzügen Kassels gehöre eine vielfältige Schullandschaft. Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde große Beachtung geschenkt. Hilgen: "Von 2005 bis 2015 wurde die Zahl der Plätze für Kinderbetreuung um über 2.600 auf 9.800 erhöht und die Öffnungszeiten ausgeweitet." Mit dem Übergangsmanagement Schule-Beruf und der jährlichen Ausbildungsmesse biete die Stadt Kassel Orientierung für den beruflichen Weg junger Menschen. Hilgens Fazit: "Kassel ist eine Stadt, in der Kinder und Jugendliche gut aufwachsen können und die ihnen Chancen und Perspektiven bietet."


Impressionen vom Jahresempfang im Rathaus




2015 war für Kassel ein Jahr der Superlative

Als Beleg für die anhaltende dynamische Entwicklung Kassels nannte Oberbürgermeister Hilgen einige Beispiele:  2015 rechnet die Stadt mit 160 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, 20 Millionen Euro mehr als vor einem Jahr erwartet wurde. „Sensationell“ seien die Arbeitsmarktzahlen. Erstmals seit dreißig Jahren liege die Arbeitslosenquote seit Oktober unter neun Prozent (Aktuell 8,5 %). Vor zehn Jahren waren es noch fast 20 Prozent. Seither sind über 19.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden.

Hilgen geht davon aus, dass die Stadt in diesem Jahr als eine der ersten Kommunen Hessens den Schutzschirm des Landes verlassen kann. Mit dem einkalkulierten Plus beim Haushalt 2015 und dem geplanten Überschuss von 13,7 Millionen Euro in diesem Jahr habe man vier Jahre in Folge ein positives Ergebnis erzielt. 

Die Stadt wachse deutlich über dem bundesweiten Trend und habe wieder mehr als 200.000 Einwohner. „Alle aktuellen Studien und Konjunkturumfragen deuten  darauf hin, dass Kassel auch in diesem Jahr auf Wachstumskurs bleibt und der Bauboom in der Stadt anhält“, sagte Hilgen. Allerdings müssten in den kommenden Jahren noch stärker als bislang bezahlbare Wohnungen geschaffen werden.

Auch touristisch werde Kassel immer stärker nachgefragt. Der Übernachtungsrekord aus dem Jahr 2014 dürfte im vergangenen Jahr übertroffen worden sein, sagte Hilgen. In ein oder zwei Jahren könnte bei den Übernachtungszahlen erstmals die Millionenmarke überboten werden. Als neuer Publikumsmagnet erweist sich die im September eröffnete GRIMMWELT auf dem Kasseler Weinberg. Sichtlich stolz verkündete der Oberbürgermeister und Kulturdezernent die aktuelle Besucherzahl: 74.931.  „Damit sind unsere Erwartungen weit übertroffen worden. Jetzt sind die Brüder Grimm wirklich die Weltmarke, die man für alle Zeiten mit Kassel verbindet.“


Norbert Steiner neuer „Kasseläner h.c.“

Oberbürgermeister Hilgen zeichnete während des Jahresempfangs Norbert Steiner, den  Vorstandsvorsitzenden von  K+S, mit der Würde „Kasseläner honoris causa“ aus. Zur Begründung führte Hilgen aus, dass sich das Unternehmen in vielen Bereichen des gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens einbringe und seine Verbundenheit mit Stadt und Region unterstreiche. An Steiner gerichtete, sagte er: „Gerade Ihr persönlicher Einsatz hat viel ermöglicht und angestoßen.“ Zu den zahlreichen geförderten Projekten gehört die Kasseler GRIMMWELT.

Die Jahresempfangs-Reden zum Anhören

Veröffentlicht am:   20. 01. 2016  

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