Button: Drucken Seite drucken


Wanderausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“


Vom 21. März bis 11. April im Rathaus Kassel

Eine Wanderausstellung zum Thema „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ widmet sich vom 21. März bis 11. April im Rathaus Kassel der Chronologie der Verbrechen und den Biographien der Opfer des NSU. Besucht werden kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses im 2. Stock des Hauptgebäudes vor dem Saal der Stadtverordneten.

 

Ausstellungseröffnung im Rathaus; © Stadt Kassel; Foto: Soremski Ausstellungseröffnung: Kamil Saygin (Vorsitzender des Kasseler Ausländerbeirates), OB Bertram Hilgen und Birgit Mair (Projektleiterin)

Hilgen: Ermordete hatten hier ihre Heimat

Die bildreiche Ausstellung wurde in den Jahren 2012 und 2013 von Birgit Mair im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V. erstellt. In den Jahren 2000 bis 2007 wurden in Deutschland zehn Menschen durch Neonazis des NSU ermordet. Darunter auch der Kasseler Bürger Halit Yozgat. Auf 22 Tafeln berichtet die Ausstellung von den Verbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) in den Jahren 2000 bis 2007 sowie von der gesellschaftlichen Aufarbeitung, nachdem die NSU im November 2011 aufgeflogen ist. 

"Über einen aus heutiger Sicht unerträglich langen Zeitraum blieben die Hintergründe der Taten unentdeckt, blieben die Täter im Dunklen und unbehelligt, sahen sich gar die Angehörigen und Familien der Opfer dumpfen, verletzenden und unwürdigen Unterstellungen und Verdächtigungen ausgesetzt", sagte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Strafverfolgungsbehörden erscheinen  rückblickend hilf- und ratlos gewesen zu sein. Die Ermittlungen seien immer wieder in die falsche Richtung gegangen Wohl auch, weil niemand für möglich gehalten habe, dass Neonazis in Deutschland wieder morden.

Ein Rechtsstaat wie die Bundesrepublik Deutschland müsse nicht nur für die Bestrafung der Täter sorgen, sondern auch glasklar beantworten, was getan werden  müsse, damit sich solches Staatsversagen nicht wiederhole. Doch nicht nur der Staat sei gefordert, so Hilgen weiter. Jeder einzelne von uns müsse dazu beitragen, dass Fremdenhass in Deutschland keine Chance hat.

Es sei ein ermutigendes Zeichen, dass die sieben Städte - Rostock, Nürnberg, Hamburg, Dortmund, München, Heilbronn und Kassel -  jeweils an den Orten der Morde, für ein würdiges Gedenken gesorgt haben. Hilgen: "Kassel hat mit dem Halit-Platz, dem Gedenkstein und der Benennung der Straßenbahnhaltestelle ein deutlich sichtbares Zeichen zur Erinnerung an unseren ermordeten Mitbürger Halit Yozgat gesetzt. Er war der Sohn einer Familie, die in der Kasseler Nordstadt ihre Heimat gefunden hat."

Kassel stehe für ein Deutschland, in dem alle in Freiheit und gegenseitigem Respekt ohne Angst leben und sich sicher fühlen können. Hilgen: "In diesem Land hatten die Ermordeten ihre Heimat gefunden." 

Inhalt der Ausstellung
Die Biographien der NSU-Opfer werden im ersten Teil der Ausstellung dargestellt. Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den anderen Verbrechen des NSU wie den Bombenanschlägen in Köln und den Raubüberfällen im Osten Deutschlands. Der zweite Teil der Ausstellung beleuchtet die Neonaziszene der 1990er Jahre sowie die Hilfeleistung aus einem neonazistischen Netzwerk an den NSU-Kern. Dargestellt werden auch die Gründe, warum die Mordserie nicht aufgedeckt wurde.


Seite schließen