Baufortschritt am Flughafen Kassel-Calden – Im Oktober beginnen die Hochbauarbeiten


Staatsminister Dr. Thomas Schäfer: „Kostenprognose für Flughafen-Ausbau angehoben – Land Hessen als Hauptanteilseigner trägt die Finanzierung“

Der Hessische Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen GmbH Kassel (FGK), Dr. Thomas Schäfer, hat sich heute bei einem Besuch der Baustelle des künftigen Regionalflughafens in Calden über die Fortschritte des Projekts informiert. „Ein knappes halbes Jahr nach dem ersten Spatenstich konnte ich mir heute selbst ein Bild davon machen, wie hier Stück für Stück eines der größten Infrastrukturprojekte in Hessen entsteht. Jetzt wird Wirklichkeit, wofür viele Menschen, Politik und Wirtschaft in der Region sich über etliche Jahre eingesetzt haben", sagte der Minister. Nachdem ein Großteil der Erdbauarbeiten bereits bewältigt worden sei, solle im Oktober auch der Startschuss für den Beginn der Hochbauarbeiten fallen.

Zur aktuellen Bestandaufnahme gehöre allerdings auch, dass das Bauprojekt aufgrund gestiegener Kosten noch einmal teurer werde: „Wir rechnen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Erhöhung des bisherigen Kostenrahmens um rund 10 % auf 248 Mio. Euro. Darüber hinaus habe ich unsere Beraterfirma Ernst & Young Real Estate GmbH (EYRE) gebeten, Vorschläge für Risikopuffer einzubauen, von denen wir hoffen, dass sie sich nicht realisieren, die aber für die Haushaltsplanung des Landes als zusätzliche Eckdaten dienen. Dieser Puffer beträgt nochmals gut 22 Mio. Euro", teilte Minister Dr. Schäfer in Anwesenheit von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Selbert und Caldens Bürgermeister Andreas Dinges mit. „Das Land Hessen, die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden als Anteilseigner stehen nach wie vor mit Überzeugung und großer Zuversicht hinsichtlich seiner künftigen Entwicklung zum Neubau des Flughafens Kassel", waren sich die Gesellschafter in der Beurteilung einig.

Wie in der Finanzierungsvereinbarung zwischen den Gesellschaftern festgelegt, werde das Land Hessen als größter Anteilseigner die Mehrkosten vollständig tragen. In Abstimmung mit´Wirtschaftsminister Dieter Posch seien die zusätzlichen Kosten bereits haushalterisch verankert und im Einzelplan des Wirtschafts- und Verkehrsressorts budgetiert, so Schäfer. Der um 23,7 Mio. Euro erhöhte Kostenansatz gliedert sich wie folgt auf:

  • Erdbewegungen und Erdbau 5,3 Mio. Euro
  • Flugbetriebsflächen 7,0 Mio. Euro
  • Sonstiges (u.a. Hochbauten, Betriebsstraßen) 5,2 Mio. Euro
  • Planungs- und Baunebenkosten 6,2 Mio. Euro


Die Erhöhung der Kosten im Bereich der Erdbewegungen und Erdbauarbeiten resultiert aus zusätzlichen und geänderten Ausführungsleistungen. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass sich der Baugrund im Laufe der Arbeiten als deutlich schwerer zu bearbeiten herausstellte – das Baugrundrisiko, das vollständig beim Auftraggeber liegt, hat sich somit teilweise realisiert. Darüber hinaus entfällt eine Erhöhung der geschätzten Kosten in Höhe von 7 Mio. Euro auf den Bereich Flugbetriebsflächen. Diese Kostensteigerungen liegen begründet in der zeitlichen Verzögerung des Beginns der Arbeiten. Baupreissteigerungen von jährlich 2,5 % und eine massive Erhöhung der Energiekosten schlagen hier zu Buche. Auch bei den weiteren Kosten – unter anderem für die Hochbauten und Betriebsstraßen – müssen allgemeine Preissteigerungen berücksichtigt werden. Und schließlich musste der Anteil der Planungs- und Baunebenkosten von 14 % auf 16 % der kalkulierten Bausumme angehoben worden.

Mit dem Sicherheitszuschlag von 22,3 Mio. Euro berücksichtigt die aktuelle Kalkulation gegenüber der bisherigen Kostenschätzung vom März 2010 darüber hinaus das Risiko für den Eintritt kostensteigernder unvorhersehbarer Ereignisse bei den einzelnen Positionen. „Damit wird in erster Linie bezweckt, der FGK einen größeren finanziellen Puffer zu schaffen, damit diese schnell und flexibel auf unerwartete Preisentwicklungen oder besondere Marktsituationen reagieren kann", erläuterte Schäfer weiter.

„er Regionalflughafen Kassel ist ein in seiner Bedeutung für die Region nicht zu unterschätzender Teil der Verkehrsinfrastruktur", hob Minister Schäfer noch einmal hervor. Aus der aktualisierten Bedarfsprognose ergebe sich ganz eindeutig, dass ein Bedarf an Flugverkehrsleistungen im Passagier-, qualifizierten Geschäfts- und Frachtverkehr besteht und damit gute Entwicklungsmöglichkeiten für einen entwickelten Regionalflughafen verbunden sind. „a wir auch langfristig an einem erfolgreichen Betrieb interessiert sind, haben wir ein Interessenbekundungsverfahren in Gang gesetzt. Lassen Sie mich an der Stelle noch einmal betonen: Wir waren und sind nach wie vor mit Interessenten im Gespräch", so Schäfer.


Aufteilung der Erhöhungen beim Kostenansatz für den Neubau des Flughafens Kassel

Aufteilung der Erhöhungen beim Kostenansatz ; © Hessisches Ministerium für Finanzen

Aufteilung der Erhöhungen beim Kostenansatz ; © Hessisches Ministerium für Finanzen

Veröffentlicht am:   26. 08. 2011  

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