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Hans Krollmann, Jochen Lengemann und Richard Wurbs zu Ehrenbürgern der Stadt Kassel ernannt clear

Die Ehrenbürgerrechte der Stadt Kassel sind am Montag, 1. Februar, im Rahmen einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung an Hans Krollmann (80 Jahre), Jochen Lengemann (72 Jahre) und Richard Wurbs (89 Jahre) verliehen worden.

Im Anschluss an die feierliche Zeremonie im Rathaus trugen sich die drei neuen Ehrenbürger in das Goldene Buch der Stadt Kassel ein.

Die Ehrenbürgerrechte der Stadt Kassel sind am Montag, 1. Februar, im Rahmen einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung an Hans Krollmann (80 Jahre), Jochen Lengemann (72 Jahre) und Richard Wurbs (89 Jahre) verliehen worden.

Im Anschluss an die feierliche Zeremonie im Rathaus trugen sich die drei neuen Ehrenbürger in das Goldene Buch der Stadt Kassel ein.

Oberbürgermeister Hilgen mit den drei neuen Ehrenbürgern der Stadt Kassel; © Stadt Kassel; Foto: H. Soremski
Von links: Richard Wurbs, Oberbürgermeister Bertram Hilgen mit der Urkunde der Würdigung, Jochen Lengemann und Hans Krollmann

Porträt Hans Krollmann; © Stadt Kassel; Foto: H. Soremski

Hans Krollmann

Hans Krollmann habe sich mehr als ein halbes Jahrhundert lang in seinen unterschiedlichen Aufgabenfeldern und Funktionen für Kassel und seine Bürgerschaft engagiert, begründete Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Antrag des Magistrats, die Ehrenbürgerehre zu verleihen.

Seit dem Jahr 1959 war Hans Krollmann unmittelbar für die Stadt Kassel - 1965 als Polizeipräsident und ab 1967 als Stadtkämmerer - tätig. Im Jahr 1970 zog er als Kasseler Abgeordneter in den Hessischen Landtag ein, leitete ab 1973 das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, ab dem Jahr 1974 das Kultusministerium und von 1984 bis 1987 das Hessische Finanzministerium.

Oberbürgermeister Hilgen unterstrich das Anliegen von Hans Krollmann, die Arbeits- und Lebensbedingungen in Kassel zu verbessern. Als politischer Baumeister der heutigen Universität habe er nicht nur bildungspolitische, sondern auch wirtschaftspolitisch nachhaltige Akzente in Kassel gesetzt.

Sein frühes politisches Engagement für die Kasseler Kulturlandschaft beim Auf- und Ausbau der Orangerie, des Fridericianums und des Staatstheaters setze er ehrenamtlich insbesondere als Vorsitzender des Vereins "Bürger pro-A" zu Statuserhalt des Staatstheaterorchesters, eines der ältesten europäischen Orchester, und des Vereins "Musikschule Kassel e. V." erfolgreich fort. Hans Krollmann habe das kulturelle Profil Kassels mitgestaltet, würdigte OB Bertram Hilgen.

Porträt Jochen Lengemann; © Stadt Kassel; Foto: H. Soremki

Jochen Lengemann

Jochen Lengemann gehörte von 1964 bis 1974 der Stadtverordnetenversammlung seiner Heimatstadt Kassel an und habe sich in besonderem Maße für deren Zukunftsfähigkeit eingesetzt, begründete OB Hilgen.

Als Thüringer Minister für besondere Aufgaben habe er nach der Wende einen wichtigen Beitrag zum Vollzug der Deutschen Einheit geleistet. Maßgeblich für ihn sei dabei das Vertrauen in die Grundlagen des Rechtsstaates sowie der Aufbau und die Weiterentwicklung von Staatsstrukturen, die diese in besonderer Weise berücksichtigen, gewesen.

Jochen Lengemann war überdies von 1970 bis 1990 Mitglied, später Vizepräsident und Präsident des Hessischen Landtages. Er trat dabei stets als Vermittler und ausgleichender Koordinator auf, der die Prinzipien der Neutralität, Solidarität und Seriosität in den Vordergrund seines Denkens und Handelns stellte.

Der Jurist Jochen Lengemann zeichne sich darüber hinaus durch umfassende Publikationstätigkeiten zur hessischen und thüringischen Landes- und Parlamentsgeschichte aus. Im Rahmen seiner jahrelangen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Parlamentarismus in Hessen habe Jochen Lengemann in vorbildlicher Weise die Geschichte der kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften in Kassel aufgearbeitet. Das noch fortzuführende Standardwerk mit dem Titel "Bürgerrepräsentation und Stadtregierung in Kassel 1836 - 2006" umfasse Kurzbiographien der städtischen Mandats- und Amtsträger aus mehr als 170 Jahren Kasseler Stadtgeschichte und es gehöre heute zu den unverzichtbaren Arbeitsgrundlagen für Wissenschaft und Praxis, sagte der Kasseler Oberbürgermeister.

Porträt Richard Wurbs; © Stadt Kassel; Foto: H. Soremski

Richard Wurbs

Richard Wurbs gehörte zwischen 1960 und 1968 der Stadtverordnetenversammlung an. Von 1964 bis 1989 war er Präsident der Handwerkskammer Kassel, 1989 wurde er zu dessen Ehrenpräsident gewählt. Ab dem Jahr 1965 war Richard Wurbs Abgeordneter des Deutschen Bundestages, zu dessen Vizepräsident er 1979 gewählt wurde. Er widmete sich insbesondere der Raumordnungspolitik, dem Städtebau und dem Wohnungswesen und galt als einer der Väter des Städtebauförderungsgesetzes des Jahres 1971, einem Meilenstein bundesrepublikanischen Baurechts.

Richard Wurbs, so OB Hilgen, habe das bundespolitische Geschehen sowie das deutsche, nordhessische und Kasseler Handwerk über Jahrzehnte geprägt. Er sei dabei stets ein Motor und entscheidender Ideengeber für die wirtschaftliche Entwicklung seiner Heimatstadt Kassel gewesen. Als herausragender Vertreter des mittelständischen Unternehmertums im klassischen Sinne begreife Richard Wurbs den Mittelstand als Rückgrat für politische und ökonomische Stabilität, sagte Bertram Hilgen abschließend.

Mit der Vergabe der Ehrenbürgerrechte würdigt die Stadt Kassel die außerordentlichen Verdienste dieser drei Persönlichkeiten in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mit der höchsten Auszeichnung, die sie zu vergeben hat.

Mit der Vergabe der Ehrenbürgerrechte würdigt die Stadt Kassel die außerordentlichen Verdienste dieser drei Persönlichkeiten in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mit der höchsten Auszeichnung, die sie zu vergeben hat.