Im Rahmen der Neuordnung der Kasseler Museumslandschaft plant die Stadt Kassel auch eine Vergrößerung und Modernisierung des Stadtmuseums. In einem Realisierungswettbewerb wurden innovative und wirtschaftliche Entwürfe gesucht, die zum einen die termingerechte Realisierung bis Juni 2012 erwarten lassen und zum anderen das vorgegebene Kostenbudget nicht überschreiten. Für die Beteiligten hieß es, eine städtebaulich verträgliche Gesamtlösung zu erstellen, die sich selbstbewusst im Stadtraum präsentiert und die funktionalen Anforderungen unter Berücksichtigung des Vorhandenen und des zu Ergänzenden erfüllt.
Die Ergebnisse des zweiphasigen Realisierungswettbewerbs für den Umbau und die Erweiterung des Kasseler Stadtmuseums werden ab Donnerstag, 29. Oktober, bis einschließlich 8. November, mittwochs bis freitags von 17 bis 20 Uhr, samstags von 15 bis 19 Uhr sowie sonntags von 16 bis 19 Uhr im KAZ im Kasseler Kulturbahnhof gezeigt.
Die Preisverleihung, zugleich Eröffnung der Ausstellung, fand am Mittwoch, 28. Oktober, um 19.15 Uhr, ebenfalls im KAZ, durch Stadtbaurat Norbert Witte statt.
Das Preisgericht entschied sich für den Entwurf der Architekten "Hufnagel Pütz Rafaelin" aus Berlin.
Im Protokoll der Preisgerichtssitzung vom 26. Oktober 2009 heißt es dazu:
"Das Stadtmuseum wird um einen Turm erweitert, der die Höhe der benachbarten Bank am Ständeplatz aufnimmt, zu ihr einen Kontrapunkt bildet und in seiner abstrakten Gestalt einen – unaufdringlichen – Akzent zu dem von Brüchen und Veränderungen gekennzeichneten Wiederaufbau der Innenstadt Kassels bietet.
Die Vorschläge zur Veränderung des Ständeplatzes sollten in der Stadt Berücksichtigung finden.
Der Altbau wird in seiner räumlichen Struktur im Wesentlichen erhalten. Das gilt vor allem auch für die Eingangssituation mit Aufzug und Treppenhaus. Die heutigen funktionalen Mängel, die Enge, die unbequeme Haupttreppe und ein von der Kasse unabhängiger durchgehender Aufzug bleiben damit jedoch. Eine zweite Treppe wird in die Schnittstelle zwischen Altbau und Turm gelegt und ermöglicht damit einen Rundgang mit unterschiedlichen Schaltungen der Ausstellungsräume. Der Turm wird als Geschichtsturm interpretiert und erhält seine Krönung mit der ‚Skylobby’, die den Umblick über den Gegenstand des Museums – der Stadt Kassel – erlaubt.
Die Ausstellungsflächen sind gut proportioniert und gegliedert, die Wechselausstellungen sind sinnvoll dem Eingangsbereich zugeordnet. (...)
Die wesentlichen öffentlichen Funktionen sind im Untergeschoss untergebracht, das zum in einen Museumsgarten umgestalteten Tiefhof geöffnet und damit aufgewertet wird. Eine flexible Nutzung ist möglich. (...)
Die Arbeit überzeugt durch ihre geringfügigen Eingriffe und ihre Wirtschaftlichkeit. Sie lässt Fragen nach Atmosphäre und Identität offen."
Der Entwurf von Hufnagel Pütz Rafaelin im Modell - verschiedene Seitenansichten
Entwürfe Hufnagel Pütz Rafaelin Blatt 1 und 2
Entwürfe Hufnagel Pütz Rafaelin Blatt 3 und 4