Den diesjährigen Kulturförderpreis der Stadt Kassel in Höhe von 7.500 €, hat der Magistrat zu gleichen Teilen drei kulturellen Initiativen zugesprochen: Die Nachrichtenmeisterei, das Projekt Kasseler Atelierrundgang 2009 und das Spohr Kammerorchester Kassel e.V..
Der Kulturförderpreis wird seit dem Jahr 1987 verliehen. Die Jury zur Findung der Kulturförderpreisträgerinnen und -preisträger, der die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen angehören, hatte am 8. September den vorliegenden Vorschlag einstimmig verabschiedet.
Die Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 13. Dezember, im Schauspielhaus des Kasseler Staatstheaters statt.
Die Nachrichtenmeisterei wurde 2008 von Alexandra Berge und Sebastian Fleiter in einem ehemaligen Industriekomplex am Kasseler Kulturbahnhof gegründet. Unter dem Dach einer GbR haben sich Medienkünstler und -designer, Filmemacher, Veranstaltungstechniker, Fotografen, Softwareentwickler sowie Tontechniker zusammengeschlossen. Sie bieten vielfältige und innovative technischen Lösungen und Dienstleistungen für Video, Ton, Software sowie einen breiten Fundus an spezialisierter Medientechnik an. Darüber hinaus verfügt die Nachrichtenmeisterei über ein digitales HD-Videostudio, ein voll digitalisiertes Ton- und Fotostudio, ein medientechnisches Experimentierlabor sowie eine Softwareentwicklungsabteilung. Mit diesen technischen und personellen Ressourcen ist die Nachrichtenmeisterei in der Lage, auch kleinere, qualitativ hochwertige und dabei kostengünstige Projekte für Künstler, Festivals, Sammler und Institutionen zu verwirklichen.
Das Projekt Kasseler Atelierrundgang 2009 trägt dazu bei, die Selbstorganisation der professionellen Künstlerinnen und Künstler in Kassel gezielt zu fördern. Als Projektleiter initiieren Karin Thielecke und Michael Göbel neue Netzwerke mit dem Ziel, das künstlerische Schaffen in der documenta-Stadt einer breiten regionalen und überregionalen Öffentlichkeit vorstellen. So bot der Atelierrundgang 2009 den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern eine konzentrierte Möglichkeit, ihre Produktionen einer breiten Kasseler Öffentlichkeit vorzustellen. Die zwanglose Atelieratmosphäre schafft dabei einen ganz besonderen kommunikativen Raum für Künstler und Besucher. Das interessierte Publikum erhält bei den Atelierbesuchen somit einen unmittelbaren und unverfälschten Zugang zur Kunst, indem vielfältige Einblicke in Entstehungsprozesse und künstlerische Arbeitsweisen deutlich werden.
Als klassisches Streichorchester widmet sich das Spohr Kammerorchester Kassel e. V. vor allem der Förderung des musikalischen Nachwuchses. Mit diesem Ziel haben Katalin Hercegh, Wolfram Geiss und Joachim Schwarz dieses Orchester im Oktober 2006 gegründet. Gemeinsam mit Musikern des Staatsorchesters Kassel, freischaffenden Künstlern Nordhessens sowie jungen, hochbegabten Instrumentalisten werden Werke im demokratischen Miteinander meist ohne Dirigent erarbeitet. Wie sein Namensgeber Louis Spohr avancierte dieses renommierte Orchester in kurzer Zeit zum festen Bestandteil der Kasseler Musikkultur. Das Spohr-Kammerorchester kann auf viele erfolgreiche Konzerte zurückblicken. Parallel dazu finden sich die Stimmführer immer wieder zum "Spohr-Ensemble" zusammen und präsentieren hochkarätige Streicherkammermusik in zahlreichen Konzerten in ganz Deutschland.