Der Verein Kassel-West e.V., der sich für die Entwicklung des Vorderen Westens erfolgreich einsetzt, hatte am Samstag, 25. April 2009, zum Thema "Friedrich-Ebert-Straße" zu einer Stadtteilkonferenz eingeladen. In der "Kirche im Hof" trafen sich etwa 100 engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil, um über die Zukunft des Quartiers zu diskutieren.
Im ersten Teil der über vierstündigen Konferenz wurde die Quartiersentwicklung rund um die Friedrich-Ebert-Straße und Goethestraße thematisiert. Im zweiten Teil wurde die Umbauplanung der Friedrich-Ebert-Straße intensiv diskutiert.
Gunnar Polzin, Amtsleiter des Straßenverkehrsamtes der Stadt Kassel, erläuterte zunächst die Komplexität der Straßenplanung mit den an sie gestellten unterschiedlichen und sich teilweise widersprechenden Anforderungen. Andreas Schmitz vom Verein Kassel-West e. V. referierte über das langjährige Bemühen des Vereins, die Stadtteilentwicklung zum Thema zu machen. Prof. Christian Kopetzki stellte Chancen und Herausforderungen des neuen Städtebauförderungsprogramms "Aktive Kernbereiche" dar, in das die Stadt Kassel mit dem Quartier Friedrich-Ebert-Straße / Goethestraße aufgenommen wurde.
Carlo Frohnapfel vom Planungsamt der Stadt Kassel erläuterte die zwölf Themenbereiche und Projekte der Stadtteilentwicklung, die mit Hilfe des neuen Förderprogramms in den nächsten acht bis zehn Jahren umgesetzt werden sollen bzw. schon umgesetzt werden. Schließlich zeichnete Rolf Junker vom Stadtforschungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund die Chancen und Risken der Einzelhandelsentwicklung generell und speziell für die Friedrich-Ebert-Straße auf.
In der anschließenden Diskussion bewerteten die Bürgerinnen und Bürger die Neugestaltung von Friedrich-Ebert-Straße und Goethestraße und die Beseitigung von Leerständen als wesentliche Maßnahmen der Quartiersentwicklung. Durch zahlreiche Hinweise wurden die zwölf Themenbereich ergänzt und wertvolle Anregungen für eine Kundenbefragung in der Friedrich-Ebert-Straße gesammelt.
In drei Arbeitsgruppen (Ständeplatz bis Annastraße, Annastraße bis Karl-Marx-Platz und Karl-Marx-Platz bis Bebelplatz) wurden nach einem Einführungsreferat zu den Grundzügen der Straßenumbauplanung durch Herrn Schmitz und der Erläuterung der notwendigen Leitungserneuerung durch Simone Fedderke vom Straßenverkehrsamt der Stadt Kassel das Für und Wider des Umbaus engagiert und lebhaft diskutiert. Planerische Abhängigkeiten und Zusammenhänge wurden erläutert und Missverständnisse konnten in den Diskussionen ausgeräumt werden. Konkrete Probleme, Sorgen und Nöte von Anliegern mit dem geplanten Umbau wurden diskutiert – hier gilt es noch im Detail nachzuarbeiten.
Am Ende der Konferenz konnte festgehalten werden, das alle Anwesenden die Notwendigkeit sehen, dass für das Quartier rund um die Friedrich-Ebert-Straße und Goethestraße dringend etwas getan werden muss, damit es sich in Zukunft als attraktives innerstädtisches Geschäfts- und Wohnviertel behaupten kann. Das neue Landesförderprogramm "Aktive Kernbereiche" bietet dazu eine einmalige Chance, die unbedingt ergriffen werden sollte. Die unterschiedlichen Positionen zum Straßenumbau haben sich angenähert, so dass auf der Basis einer positiven Grundstimmung gemeinsam weitergearbeitet werden kann.