27. Januar - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Auf einer Mauer abgelegte Rose, im Hintergrund die Schlote der Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz.; © Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney
Eine Rose vor dem Konzentrationslager Auschwitz: Der 27. Januar steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney


Offizielle Gedenkveranstaltung am Montag, 30. Januar, im Hermann-Schafft-Haus

Die Hölle Auschwitz - Vergangenheit und Zukunft der Erinnerung“ – so lautet der Titel einer Veranstaltung, mit der in Kassel an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wird. Gastredner ist Andrzej Kacorcyk, Direktor der Bildungsabteilung der Gedenkstätte Auschwitz. Die Veranstaltung - eine Kooperation der Herderschule und der vhs Region Kassel – ist in diesem Jahr auch die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Kassel. Die Veranstaltung am Montag, 30. Januar, beginnt um 10 Uhr im Hermann-Schafft-Haus in der Wilhelmshöher Allee 19.

Schüler und Schülerinnen der Herderschule engagieren sich seit vielen Jahren als Multiplikatoren des Erinnerns und Mahnens anlässlich des Holocaust-Gedenktages. Thema in diesem Jahr ist das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Das Lager Auschwitz bestand von 1940 bis 1945. Mehr als eine Million Menschen wurden dort ermordet. Andrzej Kazorcyk, der wissenschaftliche und stellvertretende Leiter der Gedenkstätte Auschwitz, wird nach einem Eingangsreferat über das Lager Auschwitz Fragen der Herderschüler und des Publikums beantworten.

In einer Straßenbefragung wollten die Herderschüler außerdem wissen, was junge Kasseler Bürger heute noch über das Lager Auschwitz und den Holocaust wissen. Sie zeigen den dazu entstandenen kurzen Film.

Am Sonntag, 29. Januar, findet ein Konzert zum Holocaust-Gedenktag statt
Beginn ist um 17 Uhr in der Lutherkirche. Unter dem Titel „Das ganze Menschengeschlecht mit gleicher Liebe umfassen...“ erwartet die Besucher ein Abend mit Texten von Moses Mendelssohn und mit Musik jüdischer Komponisten.


Hintergrund: Der 27. Januar als Gedenktag

Der 27. Januar ist als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des Regimes in der Zeit von 1933 bis 1945: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt wurden.


In Kassel ist das Gedenken an die Opfer gelebte Wirklichkeit

Der nationale Gedenktag ist 1996 auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt worden: Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit, das zum Inbegriff des Holocausts und des industriell betriebenen Massenmordes an den europäischen Juden geworden ist. Von Anfang an ist der Holocaust-Gedenktag in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland als Impuls für alle Städte und Gemeinden des Landes gedacht, ihren eigenen Anteil am Holocaust nicht zu verdrängen und das Gedenken in den jeweiligen lokalen Kontext zu stellen.

In Kassel ist das Gedenken an die Opfer seit vielen Jahren gelebte Wirklichkeit - und dazu gibt es allen Grund: In den Jahren bis 1945 wurden schätzungsweise 1600 Kasseler Jüdinnen und Juden in Auschwitz, Sobibor, bei Riga und anderswo ermordet und fielen dem Nazi-Terror zum Opfer.

Veröffentlicht am:   25. 01. 2017  

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