Logo: Stadt Kassel
Aktuelles > Bürgerforum > Forum: Friedrich-Ebert-Straße >

Aktuelles


Bürgerforum Straßen-Umgestaltung Vorlesen

Die Stadt Kassel plant, die Friedrich-Ebert-Straße, die Goethestraße und die Germaniastraße umzugestalten. In unserem öffentlichen Forum ist Platz für Ihre persönlichen Anregungen oder Ideen. Wir freuen uns über jede Nachricht!

Wenn Sie nicht öffentlich Ihre Meinung sagen möchten, senden Sie bitte eine Mail an das Straßenverkehrsamt. E-Mail: markus.funke@stadt-kassel.de

Neuer Eintrag ins Bürgerforum

Gerd Strätz schreibt zum Thema Umbau Friedrich-Ebert-Straße:

Am 27.4. ist ein Artikel in der HNA, der sich mit dem Umbau der Friedrich-Ebert-Straße beschäftigt.
Nur 25 Interessierte waren in der Aula der Luisenschule, wo einige hundert Personen Platz hätten. Wenn man nicht weiß, dass eine Veranstaltung stattfindet, kann man auch nicht teilnehmen. Der kleine Hinweis 2 Tage zuvor in der HNA wird wohl nicht von vielen Menschen wahrgenommen worden sein.
Gerade für die Anwohner, auch der Nebenstraßen, ist es wichtig Information zu erhalten. Wünschenswert wäre es auch gewesen, wenn bei den ersten Planungen mit Betroffenen diskutiert worden wäre. Eine schriftliche Einladung zu einer Informationsveranstaltung haben wir erhalten, als die Planungen zur Gestaltung (Querschnitt mit Fahrspuren und Promenade) abgeschlossen und beschlossen waren.
Es gibt noch einige Fragen, die wir Anwohner haben, die wir aber vielleicht nicht stellen dürfen, weil es nicht in das Konzept passt.
Wie viele Parkplätze gibt es für Kunden, die einkaufen möchten?
Wo gibt es Abbiege- und Wendemöglichkeiten?
Wie stellt man sicher, dass nicht die Nebenstraßen (Parkstraße, Königstor) zu den Hauptverkehrsstraßen werden, weil auf der Friedrich-Ebert-Straße Stau ist?
Wurden die Verkehrsmessungen auch in den Hauptverkehrzeiten durchgeführt oder nur Sonntag vormittag?
Was soll eigentlich die Promenade in der Mitte der Straße, wenn links und rechts der Verkehr brummt?
Usw….
Eine Bitte an die Stadt, die Planer und die HNA ist: bitte informieren Sie uns und lassen Sie uns mit diskutieren.


Anmerkung der Redaktion:
Das Faltblatt zur Bürgerinformation wurde entlang des gesamten Planungsgebietes, auch ein bis zwei Häuser in die Seitenstraßen rein, in alle Briefkästen gesteckt. Zusätzlich wurden in den Geschäften Einladungen ausgelegt bzw. ins Schaufenster gehängt. Im Schaufenster des Stadtbüros hing die Einladung auch, sowohl auf der städtischen als auch auf der FES-Hompage war die Einladung eingestellt. Von der städtischen Pressestelle ist die Einladung am 18. April an die HNA gegeben worden mit der Bitte, sie unter der Rubrik Veranstaltungen zu veröffentlichen. Die geringe Teilnahme muss bei dieser Vielzahl an Hinweismöglichkeiten andere Gründe gehabt haben. Die Bürger, die an dieser Veranstaltung teilgenommen haben, konnten sich informieren und haben mit uns diskutiert.

Gern gehen wir kurz auf Ihre konkreten Fragen ein:
Parkplätze: Nach bisherigen Planungen entstehen nach dem Umbau mehr Parkplätze als vorher.
Abbiegemöglichkeiten: Die Abbiegebeziehungen bleiben im Wesentlichen wie im Bestand vorgesehen, Wendemöglichkeiten gibt es im Bereich der Einmündungen.
Nebenstraßenbenutzung: Es ist nicht auszuschließen, dass es auch mal Stau auf der Friedrich-Ebert-Straße geben wird, wie auf anderen Hauptverkehrsstraßen auch. Dass sich dann Autofahrer Alternativrouten aussucht, ist nicht zu verhindern.
Verkehrsmessungen: Diese Messung MÜSSEN die Hauptverkehrszeiten (Spitzenstunde) mit einbeziehen. Messungen an Sonn- und Feiertagen sind unzulässig. I. d. R. wird an einem Dienstag oder an einem Donnerstag gemessen/gezählt.
Promenade/Mittelstreifen: Zur Vermeidung zu großer Querungslängen ist ein Mittelstreifen von 2,00 bis 2,50 m Breite vorgesehen – ähnlich wie ganz lange Querungsinseln. Diese sollen den Fußgängern das Wechseln der Gehwegseiten erleichtern, ohne immer die nächste Ampel aufsuchen zu müssen.


04. 05. 2012
Dirk Weihrauch schreibt zum Thema Umbau Goethestraße, Verkehrsführung Leipziger Straße:

Wie oft will die Stadt Kassel noch vorsätzlich gegen die StVO §§1 verstoßen. Überall wird bewußt der Verkehrsfluss gebremst (siehe neuer Altmarkt) und bewußt Gefährdungen bis hin zu Lebensgefahr eingebaut. Es kann nicht sein, dass ein Fahrradweg zwischen einem Parkstreifen auf dem die Fahrzeuge quer zur Fahrbahn parken und der Fahrbahn entlang führt. Wenn ein Radfahrer nicht von dicht überholenden Autos erwischt wird, dann spätstens von einem Auto, welches rückwärts aus der Parklücke ausparkt und den Radfahrer nicht sehen kann. Hat der Radfahrer das alles überlebt, wird er von einem Rechtsabbieger erwischt. Warum den Radweg nicht vor die Parkreihe zum Gehweg hin. Das ist ungefährlicher für Eltern die mit den Kindern auf dem Rad unterwegs sind. Bei einem nach Rechts abbiegenden Auto it dieses aus der Goethestraße und kann sehr konfortabel die Radfahrer über die Straße lassen.
Ein weiterer Fall vorsätzlicher Verkehrsb´gefährdung liegt in Bettenhausen Liepziger Straße vor. Der Vorsatz wird noch unterstrichen, indem Motorradfahrer vor Sturzgefahr gewarnt werden. Die Stadt wußte somit, dass eine extreme Gefahr eingebaut wird, indem der Verkehr nicht nur die Schienen überquert, sonder die Schienen in spitzen Winkel auf die Fahrbahn kommen. An der Stelle stadtauswärts, an der die Fahrbahn einspurig wird ist es ebenfahlls extrem gefährlich. Zuerst wird es Eng und kurz danach kommen die Schienen. An dieser Stelle sind in den letzten Wochen zwei Motorradunfälle geschehen, durch Autos die noch schnell nach rechts zogen. Mir selbst ist es am Samstag passiert, dass plötzlich ein Autofahrer links neben mir auftauchte un mit mind 80 km/h noch vor mir und dem vorderen Fahrzeug einscherte. Ich musst e mit dem Motorrad fast bis zum rechten Bordstein ausweichen. Ist man da gut durch, bleibt man ohnehin hinter der Straßenbahn stehen. Der Verkehr staut sich zurück. In Verbindung mir dem Altmarkt neu, ist dann wohl der Stau endlich durchgängig geplant. Auch der Große Kreisel ist eine Meisterleistung. In ganz Europa kann man auf der Mittelspur einen Kreisel komplett umrunden. Nur in Kassel muss man dafür ständig die Spur wechseln und mindestens Blechschaden beim Auto oder Beinschaden beim Motorrad riskieren. Besonders Ortsfremde haben sehr große Probleme. In Kassel wird kein Verkehrsfluss geplant sondern das Verkehrschaos. Sollte ich in der Leipziger Straße oder an einer anderen so verplanten Stelle verunfallen, werde ich als ersten die Stadt Kassel wegen des Verstoßes STVO §§1 verklagen.

26. 05. 2011
Andreas Joahnson schreibt zum Thema Umbau FES/Goethestraße:

Ich möchte noch einmal die Argumente von Urban Keller unterstreichen (auf die es ja von Seiten der Planer keine Antwort gab). Für die Entscheidung zum Radfahren ist neben der objektiven Sicherheit das subjektive Sicherheitsempfinden ausschlaggebend. Beide Ziele können nur durch ausreichenden Abstand und vernünftige bauliche Ausführungen gegeben werden. Meine täglichen Erfahrungen mit dem jetzt auf der Nordseite der Goethestraße vorhandenem Radfahrstreifen sind verheerend. Ständig wird der Radfahrstreifen als Fahrbahn benutzt (zum nach rechts abbiegen in die Querallee und um an den wartenden Fahrzeugen, die nach links abbiegen wollen, vorbeizufahren), es wird darauf geparkt, etc. Die Planer sollten selbst mal jeden Tag die Radfahr-/Schutzstreifen an der Goethestraße, der Tischbeinstraße und der Kölnischen Straße benutzen. Hier wird eine Sicherheit vorgegaukelt, die es in der Autofahrerstadt Kassel im Moment einfach nicht gibt. Es gibt in Kassel offensichtlich keinen Willen, den Verkehr weg von den Autos und z.B. auf das Fahrrad zu verlagern (warum ist das Königstor noch immer keine Radfahrstraße mit einer den Hauptwegen angepassten Verkehrsführung?). Ich finde es erschreckend, den faulen Kompromiss Schutzstreifen als neues Planungsmodell einzusetzen.

Anmerkung der Redaktion:
Sicherheit von Radfahrern bei der Erweiterung des Radwegeverkehrsnetz ist ein großes Thema und findet Berücksichtigung bei der Planung von Radverkehrsanlagen in Kassel. Nachdem Kassel lange als Autofahrerstadt galt, wurde in den vergangenen Jahren stark am Thema Radverkehr gearbeitet. Es gab mehrere Initiativen (z. B. "RadLust", "Erfahre Deine Stadt") und allerorts wurde für den Radverkehr geworben. In den nächsten Wochen wird ein weiteres Projekt abgeschlossen: die neue zusammenhängende Radwegweisung im Kasseler Stadtgebiet mit einem Netz von ca. 250 km. Die Fahrradstraße in der Menzelstraße gibt es schon, weitere sind in der Diskussion.

Dass aber immer noch zu Lasten der Radfahrer gegen bestehende Verkehrsregeln verstoßen wird, bleibt auch bei der besten Planung nicht aus, genauso wie es immer wieder Falschparker und Temposünder gibt und geben wird. Der Radverkehr, so auch die Meinung der Radverkehrsverbände, gehört als schnelles Fortbewegungsmittel aber auf die Fahrbahn. Nicht zuletzt auch wegen der Sicherheit der Fußgänger. Das wird auch durch zwei aktuelle Urteile (VGH, Aktenzeichen: 11 B 08.186 und BVerwG 3 C 42.09, VGH 11 B 08.186) über unzulässige Anordnungen der Radwegebenutzungspflicht bestätigt, wonach es zukünftig lt. Gesetzgeber weniger benutzungspflichtige Radwege (auf Gehwegniveau), aber mehr Schutz- und Radfahrstreifen (auf Fahrbahnniveau) geben wird.

Wie erreicht man vor diesem Hintergrund nun das subjektiv empfundene Fehlen der Akzeptanz und die damit verbundene Sicherheit zwischen Auto und Drahtesel? In dem man das Radwegenetz weiter ausdehnt, Schutz- und Radfahrstreifen (auch bei geringen Querschnitten) - immer unter Einhaltung der Richtlinien - "salonfähig" macht, wie z. B. in der Breitscheidstraße/Kölnische Straße, Tischbeinstraße und auch zukünftig in der Goethestraße. In anderen Städten ist diese Vorgehensweise längst "Gang und Gäbe". Warum sollte es bei uns nicht auch über kurz oder lang funktionieren?


09. 05. 2011
Gerrit A.T. Stengel schreibt zum Thema Egoismus in der Verkehrsplanung:

Egoismus oder nur Oberflächlichkeit?

Verbesserungen in allen Bereichen des Lebens sind immer richtig, auch bei den Umgestaltungsplänen der Friedrich-Ebert-Str./Germaniastr.
Wenn diese Umgestaltung aber zu Lasten von anderen Bewohnern geht, dann wird es unfair.
Wenn der Autoverkehr in der FES reduziert wird (durch Fahrbahnverengungen), dann fällt der Autoverkehr nicht weg, sondern sucht sich andere Wege, nämich die Wilhelmshöher Allee und die Kölnische Str.
Diese beiden Strassen sind heute schon extrem belastet und würdes es dann noch mehr. Ist das deren Anwohnern gegenüber fair und richtig? Wohl kaum.
Es kann nicht sein, daß auf der FES flaniert wird, während sich auf der Willi Allee und der Kölnischen Str. der Verkehr vervielfacht.
Also bitte nciht nur den Verkehr verschieben, sondern eine Umgestaltung umsetzen, die allen Anwohnern gerecht wird. Nicht einfach, aber machbar.
Falls keine Ideen diesbezüglich vorhanden sind, bitte bei mir melden.


Anmerkung der Redaktion:
Der geplante Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße und der Goethestraße/Germaniastraße ist wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Quartiersentwicklung mit städtebaulicher Aufwertung. Zu der Planung hat es auch verkehrstechnische Untersuchungen gegeben, die sich insbesondere mit der Verkehrsentwicklung in den o. g. Straßenzügen befassen. Die Planungen bzw. Straßenquerschnitte sind so ausgelegt, dass sowohl die vorhandenen als auch die prognostizierten Verkehrsmengen wie heute nahezu ungehindert abfließen können. Eine Verlagerung auf andere Hauptverkehrsstraßen ist daher nicht abzusehen.


17. 01. 2011
Henrik Kraff schreibt zum Thema Umbau Friedrich Ebert, Goethe ... Straße ohne Gesamtkonzept:

Was ich mir als Radfahrer oder Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln wünschte wäre, auf einer eigenen Spur schneller voran zu kommen.

Besonders Radfahrer haben es in Kassel nicht leicht und fahren daher oft illegal auf den Gehwegen, werden von schlechten Wegstrecken und inkonsequenter Wegführung eingebremst.

Auch die öffentlichen Verkehsmittel sind viel zu langsam, um eine wirkliche alternative zum Auto darzustellen. Zu oft werden sie an Kreuzungen angehalten und habe so auf vielen Streckenabsschnitten mehr als einen Stop zwischen den Haltestellen.

Um die Situation zu verbessern hilft meiner Meinung nach nur ein Gesamtkonzept. Optimal wäre es, die Bahnen unterhalb der Straßenebene fahren zu lassen und den so frei werdenden Raum Bussen und Radfahrern zu übergeben. Es würden dabei whrscheinlich noch nicht einmal Parkplätze geopfert. Nachteil ist natürlich der deutlich höhere Aufwand, der sich auch in den Kosten ausdrückt. Aber Konzeptionslosigkeit kommt am Ende noch teuerer und kostet die Anwohner noch mehr Nervenkostüm, weil öfter umgebaut wird. Mein Rat daher: Abwarten und sparen, so dass ein Gesamntkonzept realisierbar wird.

14. 01. 2010
Peter Gratzer schreibt zum Thema Leider der reine Luxus:

Den Planern und auch vielen hochengagierten Mitbürgern muss man bescheinigen, dass in den Vorüberlegungen viel intellektueller und gestalterischer Aufwand steckt. Dementsprechend sehen auch die Entwürfe ausgesprochen gut aus.

Gleichwohl fällt auf, dass die Planungen voller Wünsche und Hoffnungen stecken.
Die Wünsche der Bürger nach Grün, nach Flair, nach Flannieren usw., die
Hoffnungen der Planer, dass die erhofften Effekte nach dem Umbau auch eintreten mögen, sind geradezu die tragenden Motive der Planung.

Wünsche und Hoffnungen sind aber das genaue Gegenteil von Rationalität, und die erwartet man doch eigentlich von Fachleuten.
Anders gesagt: an keiner Stelle der Planung wird belegt, dass die erwarteten Effekte des Umbaus auch mit einer einigermaßen hohen Wahrscheinlichkeit eintreten werden.
Jeder Geschäftsmann müsste sich jetzt sagen: da die gewünschten Effekte völlig hypothetisch sind, lasse ich besser alles beim alten.

Nun könnte man sagen: probieren wirs halt, die Pläne sehen gut aus. Außerdem ist ja viel Wünschenswertes dabei.

Ich hätte nichts gegen einen Versuch mit offenem Ende, wenn die Kassen voll wären. Aber sie sind es nicht. Die Stadt ist fast pleite, das Land übrigens auch, das den Hauptzuschuss gibt.
Und somit ist der Umbau reiner Luxus, den man sich nur bei vollen Kassen leisten sollte.



19. 11. 2009
Thomas Stetz schreibt zum Thema Umbau? Ja, bitte!:

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kassel,

seit einiger Zeit schon verfolge ich die Diskussion um den Aus- und Umbau der FES mit großem Interesse. Ich selbst bin (Neu)Bürger dieser Stadt und freue mich über die Möglichkeit, an der zukünftigen Gestaltung meines von mir selbst gewählten Umfelds aktiv mitzuwirken. An dieser Stelle möchte ich mich für die Einrichtung dieses Forums herzlich bedanken. Vielleicht zu Beginn ein kurzes Statement zur allgemeinen Außenwirkung unserer Stadt. Der Ruf der Stadt Kassel im In- und Ausland (wenn man sie dort überhaupt kennt) ist gelinde gesagt nicht der Beste. Dies hängt u. a. viel mit der Stadtplanungsgeschichte nach dem 2. Weltkrieg zusammen (in ausländischen Reiseführern gerne unter dem Stichwort „Architectural Crime“ geführt), die, wie ich jeden Tag aufs Neue erleben kann, vor allem durch ihre autofreundliche Infrastruktur auffällt. Sehr zu Lasten des Stadtbildes, wie man vorbehaltlos feststellen muss. Kritiker des Umbaus argumentieren gerne mit den hohen Baukosten und verweisen dabei auf die wirtschaftlich schweren Zeiten und den bevorstehenden Einschränkungen für den Autoverkehr. In meinen Augen, eine sehr kurzfristige und durchaus widersprüchliche Denkweise. Meine Meinung ist, dass ein krampfhaftes Festhalten am Status Quo auf lange Sicht keine Entlastung der öffentlichen Kassen bringt, sondern im Gegenteil, schnell zu höheren, akkumulierten Ausgaben führen kann. Bitte bedenken sie, dass eine flickenhafte Erneuerung der FES in den nächsten Jahren unumgänglich sein wird, möchte man diese weiterhin mit seinem Auto befahren können. Die Vergabe und Durchführung vieler kleiner Aufträge (statt einem großen) wird auf längere Zeit den Stadtverkehr negativ beeinflussen als ein Komplettumbau und der hohe Fixkostenanteil, wie er für Kleinaufträge typisch ist, zu nicht unerheblichen Kosten führen. Die FES in ihrem jetzigen Zustand ist für Fußgänger eine Zumutung. Der Wechsel der Straßenseiten gefährlich. Aber gerade die Fußgänger sind es, die ihr Geld in die Geschäfte tragen, wenn die Schaufensterauslage sie überzeugt. Bleiben diese aus, kann sich das für die ansässigen Geschäfte schnell zu einer Existenz bedrohenden Lage entwickeln. Ein Rückgang der Gewinne bedeutet aber auch ein Rückgang an Gewerbesteuereinnahmen und damit indirekte Kosten für die Stadt Kassel. Einziehende Billigläden verschandeln das Stadtbild und wer es sich leisten kann, wird wegziehen. Die Folge: Wohnungsleerstand und weitere Einnahmerückgänge, wie man bereits feststellen kann. Bitte vergessen sie auch die nicht unerhebliche Anzahl an Touristen, die Kassel jährlich besuchen (Schloss Willhelmshöhe und dem Bergpark sei Dank). Viele von ihnen besuchen Kassel nur als eine von vielen Stationen auf einer Rundreise durch die Region oder Deutschland. Eine moderne Flaniermeile mit genügend Erholungsmöglichkeiten lädt zum Verweilen ein und animiert zum Kauf. Jeder von uns weiss, dass im Urlaub der Geldbeutel gerne etwas lockerer sitzt. Warum also bis Frankfurt oder Berlin warten, wenn man ggf. in Kassel viel entspannter einkaufen kann? Zurzeit ist dies leider noch eine Wunschvorstellung. Ein weiteres Argument pro Umbau liefert die Universität Kassel. Jedes Jahr verlassen die Uni tausende, hoch qualifizierte Absolventen auf der suche nach einer neuen Heimat. Warum kehren so viele von ihnen Kassel den Rücken? Sicherlich ist es auch eine Frage von Jobangebot und Nachfrage, aber viele die die Wahl zwischen verschiedenen Alternativen haben werden gehen. Der Grund: Kassel besitzt eben nicht das Flair und den Charme, wie hier so gerne behauptet wird, um mit vielen anderen Städten zu konkurrieren. Die ehemaligen Studenten sind es aber, die statistisch gesehen die höheren Einkommen erzielen. Geld, welches im Kreislauf der Wirtschaft dann wieder heimischen Geschäften zu Gute kommen könnte. Die Frage, ob Umbau oder nicht ist zu guter letzt auch immer eine Frage nach den eigenen Zukunftsvorstellungen. Möchte man zentralisierte, aus den Städten ausgelagerte Einkaufszentren mit Standart-Billigdiscountern nach amerikanischem Vorbild, oder möchte man die Vielfalt und das Know-how spezialisierter Fachgeschäfte erhalten? Wie diese Wahl auch ausfällt, die Zukunft des Verkehrs wird sich mit Sicherheit ändern. Weg vom Diesel oder Benziner, hin zu Elektroautos, mehr Fahrrädern und mehr öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Stadt sollte darauf vorbereitet sein. Alles andere wäre fahrlässig.
Der Umbau der FES wird Kassel nicht von Grund auf verändern, aber es ist ein Anfang. Wir alle sollten anfangen, die heutige Zeit und die Zukunft als Chance zu begreifen, sonst laufen wir Gefahr sie zu verschlafen. Als Stadt der Brüder Grimm, kann sich Kassel seinen Dornröschenschlaf nicht länger leisten.

Liebe Grüße,
Thomas Stetz


17. 07. 2009
Philip Stehr schreibt zum Thema Vernunft?:

Noch ein Wort zu den Kosten: die Stadt Kassel möchte es sich leisten mit einem Riesenaufwand funktionstüchtige Straßenbahnschienen um wenige Zentimeter auseinanderzuschieben zugunsten eines Mittelstreifen. Ich glaube den Leuten ist nicht bewusst, dass die Folgen der Weltwirtschaftskrise Kassel besonders hart treffen werden. Kassel hat auch in viel besseren wirtschaftlichen Zeiten bei der Infrastruktur gespart. Ist es sinnvoll ausgerechnet jetzt anzufangen das zu ändern und Millionen auszugeben, um ein paar Schienen auseinanderzurücken? Teilweise sind die Schienen bereits in einem neuwertigen Zustand. Als Anwohner würde ich mir das nicht bieten lassen.

05. 05. 2009
Philip Stehr schreibt zum Thema Flair:

Flair hat der Vordere Westen doch schon sehr, die Kneipen an der Haltestelle Annastraße sind heißgeliebt. Ich befürchte eher, dass Flair durch eine sogenannte Verschönerungsaktion verloren geht. Momentan hat die FES ihren eigenen Charme, gerade weil sie rauh und in die Jahre gekommen ist. Wenn sie übertieben modernisiert wird ist sie austauschbar, da wird sie dann aussehen wie die Königsstraße. Dort hält sich niemand länger auf als notwendig. Momentan ist der Vordere Westen so etwas wie der Prentzlauer Berg in Berlin, es geht auch ganz gut ohne "Bürgersteigbeleuchtungskonzepte".

04. 05. 2009
Joachim Sauter schreibt zum Thema Neugestaltung mit "Flair":

Die Diskussionen im Forum verfolge ich mit gespanntem Interesse, denn folgende grundsätzlichen Gedanken wurden überhaupt noch nicht klar ausgedrückt:

Welche Geschäftsmodelle haben denn in den letzten Jahren immer mehr Erfolg und welche führen in die Pleite?

Entweder kauft man heutzutage was sehr günstig ist, oder was sehr edel ist. Die Mitte, das Mittelmaß zieht keine Käufer mehr an. Dieser Trend bedeutete z. Bsp. das Aus für Karstadt bzw, Hertie. Dieses Geschäftsmodell der reinen Güter-Versorgung ohne Flair ging in den Bankrott.

Wer es günstig haben möchte, bestellt im Internet oder kauft bei entsprechenden Discountern. Wer es praktisch haben möchte fährt in den DEZ. Und was wollen die Geschäftsleute in der Friedrich-Ebertstraße? Im Mittelmaß bleiben? Nein, die Straße hat die Chance auf "Flair" bei entsprechender Umgestaltung. Die Chance muss jetzt genutzt werden ein zukunftstragendes erfolgreiches Konzept zu erhalten.
Die vielen Cafes und Kneipen können viel mehr belebend wirken, wenn Straßen-Tische und Stühle entsprechend inzeniert werden. Promenaden laden zum Bummeln ein und Fahrradwege schaffen die sichere Verbindung für Anwohner. Nur wo Flair ist, gehen Menschen gerne vorbei und kaufen ein. Sie gehen an den netten Designmöbelgeschäften vorbei und leisten sich ein teures Teil, weil sie in guter Laune vorbeiziehen, weil das Viertel vielleicht mal wieder "in" ist, weil es schick ist, hier sein Geschäft zu haben. Davon profitieren alle.

Das muss die Vision sein. Ein Viertel mit Flair, mit Einkaufsmöglichkeiten und langgezogener attraktiver gastronomischer Erholung bis in die Goethestraße hinein.

Mittelmaß ist langweilig und geschäftsschädigend. Auf Mittelmaß folgt der Ruin.

Lasst es nicht zu, dass eine ältere Generation, aus der "guten alten Zeit" der Öl- und Autoboomjahre die Zukunft des Viertels verspielt.

Eine neue Zukunft, die da heißt kleine Elektroautos, Fahrrad, und öffentliche Verkehrsmittel.

Ein neues Lebensgefühl wird wieder kommen, zu Fuß im Viertel unterwegs zu sein. Hier einzukaufen, hier sich wohl zu fühlen und damit auf alle Bürger der Stadt Attraktivität auszuüben.





27. 04. 2009

Seite 1 - Zeige Treffer 1 - 10 von 34


weiter