Der Magistrat hat jetzt die Auftragsvergabe für die konkreten Planungsleistungen zum Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Goethestraße und Ständeplatz abgeschlossen. Die Stadt bereitet damit nach der Goethe- und Germaniastraße den zweiten großen Straßenabschnitt im Fördergebiet „Aktive Kernbereiche in Hessen - Friedrich-Ebert-Straße“ zur Umsetzung vor.
Mit dem geplanten Ausbau soll der östliche Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße als attraktiver städtischer Boulevard gestaltet und als Stadtteilzentrum gestärkt werden. Die Straße behält dabei ihre Funktion als innerstädtische Hauptverkehrsstraße.
In einem EU-weiten Teilnahmewettbewerb hat sich als erfolgreichster Bieter eine Arbeitsgemeinschaft aus drei in Kassel und Umgebung ansässigen Büros durchgesetzt. Die beauftragte Arbeitsgemeinschaft besteht aus den Büros IBO - Ingenieurbüro Oppermann GmbH (Vellmar), PLF - Planungsgemeinschaft Landschaft und Freiraum (Kassel) und KVC - KVV Bau- und Verkehrs-Consulting Kassel GmbH. Damit sind für das anspruchsvolle Straßenbauprojekt erfahrene und ortskundige Planungs- und Ingenieurbüros am Start. Die beiden Büros PLF und IBO haben zuletzt beim 1. Bauabschnitt Goethestraße/Germaniastraße ihre Leistungsfähigkeit gezeigt.
Der jetzt eingeleitete Planungsprozess wird wieder durch Bürgerbeteiligung, Kommunikation im Stadtteil und Ortsbeiratstermine begleitet. In der gerade anlaufenden Startphase der Planung führen die beauftragten Büros erste Gespräche mit anliegenden Geschäftsleuten. Die Entwurfsplanung soll bis zum Sommer 2012 abgeschlossen werden. Erste Baumaßnahmen der Leitungsträger sind ab dem Jahr 2013 möglich - in Abstimmung mit dem Umfang des Hessentages. Der eigentliche Straßenbau soll voraussichtlich ab 2014 erfolgen.
Die Stadt Kassel hat durch die Aufnahme der Bereiche rund um die Friedrich-Ebert-Straße, Goethestraße und Germaniastraße in das Förderprogramm "Aktive Kernbereiche in Hessen" die einmalige Chance, mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen den drohenden Verlust von Attraktivität und Lebensqualität dieses Quartiers aufzuhalten und seiner Entwicklung neue Perspektiven zu geben.
| Institution: | Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalpflege |
| Ansprechpartner: | Carlo Frohnapfel |
| Telefon: | 0561 / 787 6113 |
| E-Mail: | carlo.frohnapfel@stadt-kassel.de |
Alle Informationen aus der Vorbereitung und Entwicklung des Projektes (Vorplanung) finden Sie hier:
"Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Verkehrsbelastung?", "Wie oft nutzen Sie die folgenden Verkehrsmittel für Ihre Erledigungen?", "Wodurch zeichnet sich Ihrer Meinung nach der Bereich um die Friedrich-Ebert-Straße, Germaniastraße und Goethestraße aus? - Diese und andere Fragen wurden im November 2009 im Auftrag der Stadt Kassel in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer an alle Bewohner, Eigentümer und Gewerbetreibenden sowie Passanten, Verkehrsteilnehmer und Kunden rund um die Friedrich-Ebert-Straße zur geplanten Umgestaltung gestellt.
Ziel der schriftlichen und persönlichen Erhebung war, die Einstellung aller Betroffenen sowie ihre Wünsche und Meinungen bezüglich der weiteren Quartiersentwicklung zu ermitteln.
Der Rücklauf sei überraschend hoch gewesen: "1672 Bewohner, Eigentümer und Gewerbetreibende sowie 1116 Passanten, Verkehrsteilnehmer und Kunden haben an der Befragung zur Quartiersentwicklung teilgenommen", erklärte Stadtbaurat Norbert Witte bei der Veröffentlichung der Ergebnisse am Mittwoch, 3. Februar 2010. Ein Ergebnis, das das große Interesse an den Befragungsinhalten widerspiegele.
Von mehr als der Hälfte der befragten Nutzergruppen werde die Verkehrsbelastung als sehr hoch bis hoch angesehen. Die Verkehrserschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei mit gut bewertet worden. Das Viertel zeichne sich aus Sicht der Befragten durch die gute ÖPNV Anbindung, das hohe Image und die gute Einkaufs- und Geschäftsvielfalt aus.
Hinsichtlich der Raumsituation hätten die Passanten, Eigentümer und Anwohner deutliche Defizite in der Verkehrsraumsicherheit, zum Beispiel bezüglich der Beleuchtung oder Überquerung, und in der Aufenthaltsqualität bemängelt, hier seien fehlende Begrünung, Sitzmöglichkeiten oder Freiflächen genannt worden. Darüber hinaus sei die Verkehrssituation für Radfahrer als verbesserungswürdig eingestuft worden.
Die motorisiert befragten Passanten durchquerten das Viertel meist auf dem Arbeitsweg. Passanten, die bei der Befragung zu Fuß unterwegs gewesen seien, nutzten das Angebot eher zum Einkauf des alltäglichen und periodischen Bedarfs. Nutzer des Raumes seien in einem starken Maß Anwohner und ansässige Eigentümer. Dieses Ergebnis stehe im Gegensatz zur Einschätzung der Gewerbetreibenden, die ihren Kundeneinzugsbereich im gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus verstünden und damit ihren Kunden eher eine motorisierte Verkehrsmittelwahl zuschrieben.
"Die Planungen zur Umgestaltung Friedrich-Ebert-Straße, Goethestraße und Germaniastraße bewerten etwa die Hälfte aller Befragten als gut bis sehr gut", so der Stadtbaurat abschließend. Der Nutzen und die Notwendigkeit der Planungen werde bei den betroffenen Gruppen insgesamt positiv gesehen.
Die durch die Befragung erfassten und ausgewerteten Probleme und Zukunftsvorstellungen sind für die Stadt von wesentlicher Bedeutung, um die weitere Ausgestaltung des Umbaus im Quartier Friedrich-Ebert-Straße bürgernah und zukunftsorientiert voranzubringen.
Umgestaltung Friedrich-Ebert-Straße, Goethestraße und Germaniastraße auf einem guten Weg
Der vorgelegten Vorplanung liegt ein intensiver Diskussionsprozess innerhalb der Stadtverwaltung, mit der KVG, den Anliegern und mit ortsansässigen Planern und einer breiten Öffentlichkeit zu Grunde. Ferner wurden eine Analyse der Parkplatzauslastung ebenso wie Verkehrszählungen, eine Erhebung des Wirtschafts- und Lieferverkehrs und eine Auswertung von Unfallpunkten durchgeführt. Weiterhin bestätigen die vorliegenden Leistungsfähigkeitsberechnungen und die Verkehrssimulation, dass das Projekt verkehrlich unbedenklich ist. Staus entstehen nicht, weder der Kfz-Verkehr noch die Straßenbahn werden behindert. So kann die Verkehrsqualität insgesamt spürbar verbessert werden, da durch den Mittelstreifen und den Fahrradstreifen die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erheblich gesteigert werden kann. Vor allem Kinder und ältere Fußgänger können nach dem Umbau die Friedrich-Ebert-Straße überall sicher queren.
Was bisher geschah:
Die Vorplanung wurde am 5. Februar 2009 in einer gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte West und Mitte erstmals öffentlich vorgestellt, anschließend am 12. Februar und am 24. Februar durch den Magistrat Anliegerversammlungen durchgeführt. Am 11. März stimmt der Ortsbeirat West den Grundzügen der Vorplanung zur Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße und Goethe-/Germaniastraße zu. Mit Beschluss vom 12. März 2009 begrüsst auch der Ortsbeirat Mitte grundsätzlich die Ausbaupläne für die Friedrich-Ebert-Straße. Auf diesen und auch weiteren Terminen sowie parallel durch viele Gespräche, Presseberichte, Telefonate, Briefe, E-Mails und Einträge im Internet-Blog hat ein reger Austausch zwischen Anliegern, Gewerbetreibenden, Vertretern der Politik und der Bauverwaltung stattgefunden. Am 5. Oktober 2009 stimmte die Stadtverordnetenversammlung der vom Magistrat erarbeiteten Vorplanung zur Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße und Goethe-/Germaniastraße zu.
Mit einer Bürgerzeitung möchte die Stadt Kassel die Anwohnerinnen und Anwohner der von der Umgestaltung umfassten Gebiete informieren. Ab 23. April 2009 wurde die Zeitung verteilt. Hier finden Sie die Zeitung als pdf-Datei (pdf+ ist eine barrierefreie Version):
"Auch mit Bevorzugung der Straßenbahn an Knotenpunkten, 10 % Mehrverkehr zur Spitzenstunde und mehr Straßenbahnen an der Friedrich-Ebert-Straße werden für alle Verkehrsteilnehmer ausreichende Verkehrsqualitäten erreicht."
Dies ist die Aussage des Verkehrsgutachtens von SHP Ingenieure aus Hannover zum Entwurf des Neubaus der Friedrich-Ebert-Straße.
Es folgen drei Filmdateien mit Erläuterung:
Hinweis zu den Filmdateien: Aufgrund der Größe brechen die Filme bei einigen Rechnern mittendrin ab. Um das zu verhindern, speichern Sie die Dateien bitte zunächst auf Ihren Computer (rechte Maustaste).
Grundlagen der Untersuchung sind Verkehrszählungen an einem üblichen Wochentag im Untersuchungsgebiet.
Immer wieder wurde gefragt, wie viele Radfahrer nutzen die Straße. Daher wurde der Radverkehr zusätzlich für eine Stunde ausgewertet. Überraschend ist die Feststellung, dass auf der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Ständeplatz und der Annastraße zwischen 9:00 und 10:00 Uhr 73 Radfahrer gezählt wurden.
Uns interessiert, wie Sie über die Planung denken. Was finden Sie gut? Wo haben Sie Verbesserungsvorschläge? Nutzen Sie den Link zum öffentlichen Bürgerforum "Straßen-Umgestaltung" oder nehmen Sie direkt mit uns Kontakt auf!
In unserem öffentlichen Forum zum Thema "Straßen-Umgestaltung" ist Platz für Ihre persönlichen Anregungen oder Ideen. Wir freuen uns über jede Nachricht!
Bürgerforum zum Thema "Straßen-Umgestaltung"
| Ansprechpartner: | Markus Funke |
| Telefon: | 0561 787-6096 |
| Telefax: | 0561 787-3142 |
| E-Mail: | markus.funke@stadt-kassel.de |